Gladbach nach 5:0 gegen Hertha auf Champions-League-Kurs

Hertha BSC hat durch die höchste Saisonniederlage einen großen Schritt Richtung Champions League verpasst und die Konkurrenz um die Königsklassen-Teilnahme wieder im Nacken.

Gladbach nach 5:0 gegen Hertha auf Champions-League-Kurs
Bernd Thissen Gladbach nach 5:0 gegen Hertha auf Champions-League-Kurs

Die Berliner wurden im Top-Duell bei Borussia Mönchengladbach mit 0:5 (0:1) deklassiert und liegen nur noch drei Zähler vor den punktgleichen Verfolgern Gladbach und Bayer Leverkusen.

«Das ist das richtige Ergebnis. Es ist ab und an gut, so eine Klatsche zu kriegen. Die Jungs kommen runter», sagte Hertha-Trainer Pal Dardai im TV-Sender Sky und konnte direkt nach dem Abpfiff sogar schon lachen. Der Ungar bescheinigte seinem Team eine schlechte Tagesform. «Das muss man nicht schönreden. Gladbach war schneller, besser - das ist eine Champions-League-Mannschaft», sagte Dardai.

Die Gastgeber feierten ihren fünften Heimsieg in Serie und bleiben im Kampf um die lukrativen Plätze nach dem höchsten Saisonsieg im Rennen. Vor 53 114 Zuschauern im Borussia-Park erzielten Thorgan Hazard (14./80.), André Hahn (60.), Patrick Herrmann (76.) und Ibrahima Traoré (86.) die Treffer für die Borussia. «Wir haben ein gutes Spiel gemacht, sind gut reingekommen. Es ist uns relativ viel gelungen», stellte Trainer André Schubert fest.

«Wir kriegen es immer besser hin. Wenn wir in beide Richtungen fehlerfrei spielen, dann passiert so was wie heute», stellte Sportdirektor Max Eberl fest. «Ich empfinde, dass das Spiel hart umkämpft war, aber hinten raus auch in der Höhe verdient», meinte Eberl zum Ergebnis. «Wenn wir uns für Europa qualifizieren, ist das wunderschön. Wenn es für mehr reicht, nehmen wir es gern mit.»

Auch ohne ihren verletzten Ideengeber Raffael organisierten die Gastgeber ihre Offensive vor allem mit großer Laufbereitschaft, vielen Ballstafetten und setzten den Gegner durch frühes Attackieren immer wieder unter Druck. Die Angriffsspieler Hahn, Hazard und Lars Stindl wechselten dabei häufig ihre Positionen und kamen dadurch zu guten Aktionen vor dem Hertha-Tor und provozierten die Berliner zu Abspielfehlern.

Die erste große Gelegenheit nach einem Schnitzer von Rune Jarstein nutzte Hazard zum Führungstreffer für die Borussen. Berlins Torhüter spielte einen Ball unbedrängt in die Füße von Mo Dahaoud, dessen Pass nahm Hazard auf und spitzelte Jarstein den Ball durch die Beine zum 1:0. Acht Minuten später scheiterte Gladbachs Kapitän Granit Xhaka mit einem Kopfball aus kurzer Distanz, Hazard vergab vor der Pause eine weitere Gelegenheit zum 2:0.

Die Gäste suchten zwar auch ihre Möglichkeiten, kamen bei ihren Angriffen aber nicht zu zwingenden Chancen gegen die gut organisierte Dreier-Abwehrreihe der Gastgeber, die vor eigenem Publikum seit 394 Minuten ohne Gegentreffer sind.

Die Entscheidung fiel nach einer Stunde, als Hahn in seinem ersten Spiel von Beginn an nach seiner schweren Verletzung mit einem sehenswerten Drehschuss aus halbrechter Position zum 2:0 traf. Wendt aus abseitsverdächtiger Position und Johnson leisteten die Vorarbeit zu dem Treffer. In der Schlussphase verstärkte Hertha die Offensivbemühungen, fand aber gegen die sichere Defensive der Gladbacher keine Mittel. Dafür kamen die Gastgeber durch Herrmann, Hazard und Traoré innerhalb von zehn Minuten zum höchsten Saisonsieg.