Glaubenspräfekt hält Tebartz-van Elsts Rückkehr für möglich

Der Glaubenspräfekt der katholischen Kirche, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hält eine Rückkehr des beurlaubten Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst in sein Amt für möglich.

Wenn ihm in Bezug auf seine Pflichten als Bischof nichts vorzuwerfen sei, müsse «die Gerechtigkeit und nicht das Kalkül Vorfahrt» bekommen, sagte Müller dem Magazin «Focus». Der vom Papst eingesetzte Limburger Generalvikar Wolfgang Rösch erklärte dagegen, für die Entscheidung sei auch wichtig, ob der Bischofsdienst als Dienst an der Einheit fruchtbar wieder aufgenommen werden könne.

Tebartz-van Elst war wegen seines Führungsstils und der hohen Kosten für seinen Bischofssitz seit dem Sommer zunehmend in die Kritik geraten. Papst Franziskus hatte ihn im Oktober beurlaubt, bis die Ergebnisse einer Prüfkommission vorliegen.

Rösch erklärte in einem am Samstag veröffentlichten Brief an die Gläubigen des Bistums, die Limburger Situation werde vom Heiligen Stuhl sehr genau wahrgenommen. Vertreter der Diözese führten viele Gespräche in Rom. Die Gläubigen sollten dem Papst vertrauen.

Müller sprach den örtlichen Gremien ein Mitspracherecht über die Zukunft des umstrittenen Bischofs ab. Jeder Bischof sei «vom Heiligen Geist eingesetzt», sagte er dem «Focus». Kein Gremium könne sich anmaßen zu sagen «Der hängt von unserem Vertrauen ab, oder wir wollen ihn nicht mehr haben». Der Bischof sei «kein Angestellter des Domkapitels oder eines anderen Gremiums menschlichen Rechts». Das Domkapitel hatte sich skeptisch zur Rückkehr des Bischofs geäußert und von einer schwer zu behebenden Vertrauenskrise gesprochen.

Einer Zulassung von Wiederverheirateten zur Kommunion erteilte Müller eine Absage. Die Unauflöslichkeit der Ehe sei ein von Gott offenbartes Dogma. Man könne keine Praxis einführen, die die Lehre letztlich für irrelevant erkläre.