Gold, Silber, Bronze für Slalom-Kanuten bei WM

Mit drei WM-Medaillen in den ersten beiden olympischen Disziplinen haben die deutschen Slalom-Kanuten ihr Soll schon zum Finalstart der Titelkämpfe in England übererfüllt.

Stolz würdigte Verbandschef Thomas Konietzko vor den Toren Londons «ein sensationelles Ergebnis» auf der Olympia-Strecke von 2012, ehe der 51-Jährige reihenweise Glückwünsche im eigenen Lager verteilte. Im Fokus standen die Canadier-Zweier-Asse Franz Anton und Jan Benzien, die den Stangen-Paddlern das erste WM-Gold in einer olympischen Klasse seit 2009 sicherten. Hinzu kamen Silber durch Ricarda Funk und Bronze durch Melanie Pfeifer im Kajak-Einer.

Einen Titelgewinn auf dem Wildwasserkanal von Waltham Cross hatte Konietzko im Vorfeld der WM mutig zum Ziel erklärt - und damit auch seinen Athleten und Bundestrainer Michael Trummer ein wenig Druck gemacht. «Die Goldmedaille wünscht man sich immer - und wir sind froh, dass wir das jetzt mal wieder geschafft haben. Aber wir wissen auch, wie knapp Kanu-Slalom immer ist», kommentierte der Coach, der sich ganz nebenbei auch über die ersten sicheren Quotenplätze für die Olympischen Spiele kommendes Jahr in Rio freuen durfte.

Zwei weitere sollen am Sonntag eingefahren werden, wenn die Männer im Kajak-Einer und Canadier-Einer auf die Strecke gehen. Weitere Plakettengewinne sind in den eigentlich stärksten deutschen Disziplinen natürlich ebenfalls drin. Peking-Olympiasieger Alexander Grimm, der Olympia-Dritte Hannes Aigner und der zweimalige Gesamtweltcupsieger Sebastian Schubert machen sich im K1 Hoffnungen auf das Podest; im C1 zählt neben dem Olympia-Zweiten Sideris Tasiadis erneut Franz Anton zum Favoritenkreis. Vergangenes Jahr hatte der Leipziger im Einer bereits WM-Bronze in den USA gewonnen.

In England gab's für den 25-Jährigen nun unverhoffterweise zunächst Gold im Zweier mit seinem Teampartner Benzien. Die sportlich positive Entwicklung des Duos ist offenkundig - schon im Mai bei der Heim-EM hatten die beiden mit Silber hinter den diesmal geschlagenen Robert Behling und Thomas Becker überzeugt. «Wir waren mit uns im Training diesmal viel zufriedener als letztes Jahr, das konnten wir jetzt im entscheidenden Lauf auch runterbringen», kommentierte Benzien.

Größere Aussichten auf Gold durfte sich im Vorfeld Ricarda Funk machen - Konietzko hatte die 23-Jährige schon nach ihrem EM-Titel im vergangenen Jahr als Frau «mit dem Olympiasieger-Gen» beschrieben. Nach WM-Platz fünf im Vorjahr reichte es diesmal immerhin zur erhofften Medaille, ganz zufrieden mit ihrem Auftritt war die Bad Kreuznacherin allerdings nicht: «Es war kein perfektes Rennen», urteilte sie. Gold ging an die Tschechin Katerina Kudejova, die im Ziel etwas mehr als zwei Sekunden Vorsprung auf die Deutsche hatte.