Goldener Donnerstag für deutsches Team bei Bahnrad-WM

Als Kristina Vogel mit der deutschen Fahne und lauten Jubelschreien auf die Ehrenrunde ging, war der goldene Tag für die deutschen Bahnradasse perfekt. Vogel dominierte im Keirin die Konkurrenz und holte sich bei den Titelkämpfenin London bereits ihren siebten WM-Titel.

Goldener Donnerstag für deutsches Team bei Bahnrad-WM
Sean Dempsey Goldener Donnerstag für deutsches Team bei Bahnrad-WM

Zuvor hatte Joachim Eilers die deutsche Mannschaft mit dem Sieg im 1000-Meter-Zeitfahren erstmals jubeln lassen.

Der Triumph von Vogel hatte sich bereits in den Läufen zuvor angedeutet. Von der Spitze hatte die 25 Jahre alte Erfurterin jeweils den Kampfsprint angezogen, für die Rivalinnen wie der zweitplatzierten Ex-Weltmeisterin Anna Meares (Australien) oder der Dritten Rebecca James (Großbritannien) war kein Vorbeikommen. Damit kletterte Vogel mit ihrem siebten Titel auf den fünften Platz der ewigen Bestenliste. Bereits am Mittwoch hatte sie zusammen mit Miriam Welte den dritten Platz im Teamsprint belegt.

Der Tag hatte für die deutsche Mannschaft schon mit dem Sieg von Eilers optimal begonnen. Der Kilometermann stemmte nach seinem ersten WM-Titel vor lauter Freude die Zeitfahrmaschine in die Luft. Eilers war nach einem Parforceritt in 1:00,042 Minuten nicht zu schlagen.

«Das ist meine siebte WM im 1000-Meter-Zeitfahren. Ich bin in den letzten Jahren immer besser geworden. Der Titel ist nun die logische Konsequenz. Endlich hat es geklappt», sagte Eilers: Bundestrainer Detlef Uibel sprach von einer «überragenden Leistung».

Dieses Urteil traf auf den deutschen Vierer - sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen - sicher nicht zu. Theo Reinhardt (Berlin), Nils Schomber (Grevenbroich), Kersten Thiele (Sinsheim) und Domenic Weinstein (Bad Dürrheim) fuhren über die 4000-Meter-Distanz in 4:00,032 Minuten nur die sechstbeste Zeit und verpassten damit die Finalläufe.

Noch größer war die Enttäuschung bei den Frauen: Stephanie Pohl (Cottbus), Charlotte Becker (Berlin), Mieke Kröger (Bielefeld) und Gudrun Stock (München) kamen in 4:32,398 Minuten nur auf den zehnten Platz in der Qualifikation und schieden aus.

Gejubelt wurde im deutschen Lager stattdessen über Eilers. In den vergangenen drei Jahren war der 25-Jährige bereits nah dran, musste bei zwei zweiten Plätzen und einem dritten Rang dem Franzosen Francois Pervis aber jeweils den Vortritt lassen. Diesmal war er nicht zu stoppen, auch weil sein Dauerrivale auf einen Start verzichtet hatte.

Die Konkurrenz war aber auch so stark. Der fünfmalige Weltmeister Theo Bos aus den Niederlanden belegte in 1,00,461 Minuten den zweiten Platz, Dritter wurde der Franzose Quentin Lafargue (1:01,581). WM-Debütant Maximilian Dörnbach (Heiligenstadt/1:02,425) belegte den zehnten Platz.

«Das Publikum war eine Runde vor Schluss extrem laut. Da wusste ich, dass ich vorne lag. Ich habe getreten und getreten», schilderte Eilers die entscheidende Phase. Bereits am Vortag hatte er mit den Teamsprintern den dritten Platz belegt und eine starke Vorstellung abgeliefert.

Für die Olympischen Spiele in Rio ist Eilers auf der Position drei fest gesetzt. Bei der EM 2015 hatte er den Keirin-Olympia-Zweiten Maximilian Levy aus dem Team verdrängt, nachdem er sich nach einer Schulter-Operation zurückgekämpft hatte. Seitdem hat er sich unter Bundestrainer Uibel zu einer festen Größe entwickelt.

Damit bewegt sich der Fahrer des Chemnitzer PSV auf den Spuren von Athen-Olympiasieger Stefan Nimke, der viermal in seiner Karriere über die nichtolympische Kilometer-Distanz triumphiert hatte und auch im Teamsprint-Trio als Schlussfahrer zum Einsatz gekommen war.