Google stellt Mobilfunk-Service in den USA vor

Google will den amerikanischen Mobilfunk-Markt mit einem günstigen Angebot aufmischen. Im Service mit dem Namen Project Fi zahlen die Kunden 20 Dollar im Monat für ein Paket aus Anrufen, Kurzmitteilungen und Auslandszugang in mehr als 120 Ländern.

Google stellt Mobilfunk-Service in den USA vor
Ole Spata Google stellt Mobilfunk-Service in den USA vor

Für jedes Gigabyte Datenvolumen im mobilen Internet werden zehn Dollar berechnet, wie Google am späten Mittwoch ankündigte.

Der Dienst läuft im Netz der Mobilfunk-Betreiber Sprint und T-Mobile US. Schnelles LTE-Internet gibt es eher im Gebiet um große Städte - und Nutzer müssen das von Google mitentwickelte Smartphone Nexus 6 haben.

Trotz dieser Einschränkungen könnte Project Fi mit seinem nutzungsabhängigen Bezahlmodell das amerikanische Mobilfunk-Geschäft verändern. Google schreibt den Nutzern am Ende des Monats das nicht verbrauchte Datenvolumen gut. Üblicherweise verfällt das ungenutzte Kontingent einfach.

Zudem soll der Datenverbrauch im Mobilfunk-Netz durch automatische Verbindung zu rund einer Million kostenloser WLAN-Hotspots verringert werden. Die Telefonnummer sei mit der Internet-Cloud verknüpft und könne auch von anderen Geräten aus genutzt werden, erläuterte Google. Zunächst ist der Dienst nur in den USA und auf Einladung verfügbar, Interessenten müssen sich bei Google anmelden.

Zugleich macht der eigene Service Googles Verhältnis zu den Mobilfunkern komplizierter. Sie sind wichtige Partner bei Googles Smartphone-System Android. Ihre Marketing-Entscheidungen können den Absatz von Android-Telefonen verschiedener Hersteller beeinflussen. Die Konditionen von Google Fi könnten aber die beiden Branchenführer AT&T und Verizon Wireless bei ihren Preismodellen unter Druck setzen.

Auch wenn der Dienst nur in den USA angeboten wird, erwartet EU-Digitalkommissar Günther Oettinger auch Auswirkungen auf den europäischen Markt. «Das zeigt, dass Roaming-Kosten keine Zukunft haben.» Das sollte auch ein klares Signal für die EU sein, erklärte Oettinger am Donnerstag.