Great Barrier Reef bleibt stark bedrohtes Weltnaturerbe

Der Zustand des Great Barrier Reefs im Nordosten Australiens ist weiterhin schlecht. Dies ergab ein von der australischen Regierung am Montag veröffentlichter Report.

Besonders beunruhigend sei, dass es kaum Fortschritte beim Schutz des weltgrößten Korallenriffs gegeben habe, sagte Steven Miles, der Umweltminister des Bundesstaates Queensland, australischen Medien.

Viele Probleme sind hausgemacht. Verschmutzung durch Landwirtschaft etwa zerstört das Great Barrier Reef. Die Mehrheit der Farmer hält sich nicht an die bestmöglichen Methoden zum Schutz des Weltnaturerbes beim Einsatz von Pestiziden. Die Schadstoffe landen im Riff. Das gilt auch für die Viehzüchter: Die meisten nutzen das Weideland nicht ordnungsgemäß und tragen so zur Verschmutzung des Riffs bei.

Hinzu kommt der Klimawandel: Die ansteigenden Meerestemperaturen zerstören die Korallen. Vor allem die Küstengebiete des rund 2300 Kilometer langen Riffs könnten sich von den Schäden nicht schnell genug erholen. Das Great Barrier Reef hat in den vergangenen 30 Jahren etwa die Hälfte seiner Korallendecke eingebüßt.

Das Riff war in diesem Jahr nicht auf die Rote Liste des gefährdeten Weltnaturerbes gekommen. Allerdings forderte das Unesco-Welterbekomitee die australische Regierung auf, bis Dezember 2016 Fortschritte beim Schutz nachzuweisen. Umweltminister Miles sagte, der Bericht beinhalte mehr schlechte als gute Nachrichten. «Wenn eines meiner Kinder mit so einem Zeugnis nach Hause kommen würde, wäre ich ein bisschen enttäuscht.»

Das Great Barrier Reef gibt rund 14 000 Arten von Meerestieren Lebensraum. Es erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 200 000 Quadratkilometern - und ist damit fast dreimal so groß wie Bayern. Das Riff hat nicht nur große ökologische Bedeutung, es ist für Australien als eine der größten Touristenattraktionen auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.