Griechenland und Italien: ungleiche Partner in der Schuldenkrise

Griechenland und Italien sind zwei höchst ungleiche Partner in der Schuldenkrise, die seit rund fünf Jahren die Politiker der Eurozone in Atem hält - die allerdings einige Problem gemeinsam haben. Eine Übersicht:

Griechenland und Italien: ungleiche Partner in der Schuldenkrise
Oliver Berg Griechenland und Italien: ungleiche Partner in der Schuldenkrise

SCHULDEN: Wie Griechenland ist auch Italien hoch verschuldet. Bei beiden Ländern übersteigt der Schuldenberg die erlaubte Höchstgrenze von 60 Prozent der Wirtschaftsleistung bei weitem.

STRUKTURREFORMEN: Was die Griechen schon vor Jahren beginnen mussten, haben die Italiener zum Teil noch vor sich: Der Regierungschef Matteo Renzi hatte vor einem Jahr versprochen: «Jeden Monat eine Reform» - unter anderem am Arbeitsmarkt.

ARBEITSLOSIGKEIT: Beide Länder leiden unter hoher Arbeitslosigkeit. Allerdings ist Griechenland trauriger Spitzenreiter im Euroraum mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 25 Prozent.

ZINSEN: Wer viele Schulden hat, muss auch viele Zinsen bezahlen. Wie hoch die Zinslast am Ende ausfällt, hängt aber auch von der Höhe der Zinsen ab. Und da geht es Italien deutlich besser als Griechenland.

SPARVORGABEN: Griechenland will das strenge Diktat der internationalen Geldgeber abschütteln. Aber auch Italien wehrt sich gegen strikte Sparvorgaben aus der EU und argumentiert, für Wirtschaftswachstum seien Investitionen nötig.

ANSTECKUNG: Galt beim Ausbruch der Euro-Schuldenkrise 2010 und auch beim letzten Hochkochen der Griechenland-Krise Anfang 2012 noch als Riesengefahr: Befürchtet wurde, dass Italien in den Strudel der Krise gerät - und zunehmend besorgten Investoren immer höhere Zinsen zahlen muss. Anders als im Fall des kleinen Griechenland würde eine solche Krise in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone Italien das Rettungsnetz überfordert. Diese Gefahr scheint inzwischen gebannt.