Griechenland-Verhandlungen: Streit über Schuldenfrage

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem macht mögliche Schuldenerleichterungen für das krisengeschüttelte Griechenland zum Thema.

Griechenland-Verhandlungen: Streit über Schuldenfrage
Stephen Jaffe / Imf / Handout Griechenland-Verhandlungen: Streit über Schuldenfrage

«Wir werden eine erste Diskussion darüber führen», sagte der niederländische Finanzminister am Freitag in Amsterdam am Rande von Beratungen mit den Euro-Amtskollegen. Voraussetzung sei, dass es ausreichend Erfolge beim geforderten Reformprogramm gebe. Die Frage laute: «Kann Griechenland in den kommenden 10 bis 20 Jahren seine Schuld abbezahlen?»

Dagegen erklärte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Gespräche über Schuldenerleichterungen stünden für ihn nicht im Vordergrund. Das Thema dürfe nicht von den Maßnahmen des Reform- und Sparpakets ablenken. «Die Troika hat ja Fortschritte gemacht, aber sie sind noch nicht fertig», sagte der Minister.

Die Schuldenfrage ist unter den Geldgebern und den Eurostaaten laut Diplomaten höchst umstritten. In Athen türmt sich ein Schuldenberg von knapp 177 Prozent der Wirtschaftsleistung auf, erlaubt sind eigentlich nur 60 Prozent.

Vor allem der Internationale Währungsfonds (IWF) pocht auf Schuldenerleichterungen. Für die Washingtoner Finanzinstitution ist dies die Vorbedingung, um sich am Rettungsprogramm der Europäer von bis zu 86 Milliarden Euro finanziell zu beteiligten.

«Es hat einigen Fortschritt gegeben, aber wir brauchen mehr davon», sagte IWF-Chefin Christine Lagarde mit Blick auf die Verhandlungen zwischen Geldgebern und griechischer Regierung über das Spar- und Reformpaket. Dazu gehören unter anderem Rentenkürzungen. Die Vertreter der Geldgeber kamen zu den Ressortchefs, um über den Stand der Gespräche zu berichten. Es sei möglich, «dass mit einigen Anstrengungen bei allen Beteiligten eine Lösung in absehbarer Zeit zu finden sein wird», erläuterte Schäuble.