Griechenland vor Regierungsbildung - Merkel gratuliert Tsipras

Nach dem Sieg der griechischen Linkspartei Syriza unter Alexis Tsipras laufen die Gespräche über die Koalitionsregierung mit den Rechtspopulisten der Unabhängigen Griechen auf Hochtouren.

Griechenland vor Regierungsbildung - Merkel gratuliert Tsipras
Simela Pantzartzi Griechenland vor Regierungsbildung - Merkel gratuliert Tsipras

Die neue Regierung werde ein «kompaktes Gremium mit wenigen Ministern sein», hieß es aus Kreisen der siegreichen Syriza. Der als Befürworter eines Schuldenschnitts und Kritiker der Sparpolitik bekannte Giannis Varoufakis (53) wird neuer griechischer Finanzminister, wie der Ökonom vor Reportern in Athen bestätigte.

Griechische Medien rechneten mit der Regierungsbildung noch am Dienstagnachmittag. Unterdessen gratulierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Tsipras, dem neuen starken Mann in Athen. Hohe EU-Vertreter werden in den kommenden Tagen in Athen erwartet.

Am Vortag war Tsipras nur Stunden nach dem Wahlsieg als neuer Ministerpräsident vereidigt worden. Als sicher galt, dass der erfahrene Ökonom Giannis Dragasakis Vizeregierungschef sein und die Aufsicht über den Bereich Finanzen haben wird. Der 66-jährige aus Kreta stammende Mann soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zusammen mit Varoufakis als Finanzminister die Verhandlungen mit den Geldgebern führen. Beide treten für einen Schuldenschnitt und einen sofortigen Stopp des Sparprogramms ein.

Die rasche Regierungsbildung ist notwendig, weil Athen nicht viel Zeit hat. Bis Ende Februar muss das aktuelle Sparprogramm abgeschlossen werden. Danach muss entschieden werden, wie es in der griechischen Finanzkrise weitergehen soll. Sollte dies nicht geklärt werden, könnte Athen schon Anfang März in große finanzielle Schwierigkeiten geraten.    

Merkel gratulierte dem neuen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. «Sie treten Ihr Amt in einer schwierigen Zeit an, in der Sie vor einer großen Verantwortung stehen», schrieb Merkel in einem Glückwunschtelegramm. Sie hoffe, dass die künftige Zusammenarbeit die traditionell gute und tiefe Freundschaft zwischen beiden Völkern weiter festigen und vertiefen möge.

Am Donnerstag wird EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in Athen erwartet. Dies berichtete der staatliche griechische Rundfunk am Dienstag. Schulz wolle sich ein Bild von den Absichten der neuen Regierung machen, vor allem in Zusammenhang mit der schweren Finanzkrise, hieß es.