Griechenland-Wahl verunsichert Anleger

Vor dem mit Spannung erwarteten finalen Anlauf zur Wahl des griechischen Präsidenten haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt Vorsicht walten lassen. Im frühen Handel verlor der deutsche Leitindex Dax 0,29 Prozent auf 9893,51 Punkte.

Auch der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um 0,19 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg hingegen um 0,04 Prozent auf 17 029,68 Zähler und der TecDax der Technologiewerte rückte um 0,16 Prozent auf 1374,74 Punkte vor.

Scheitert am Montag auch der letzte Versuch, einen neuen griechischen Staatspräsidenten zu wählen, sind laut Verfassung vorgezogene Parlamentswahlen vorgeschrieben. Aus einem etwaigen Urnengang dürfte die europakritische Opposition Umfragen zufolge als Sieger hervorgehen. In diesem Fall befürchten Experten politische Turbulenzen für das von der Pleite bedrohte Land. Dies könnte auch zu einem Rückfall des Euroraums in alte Krisenzeiten führen - mit entsprechend negativen Konsequenzen für deutsche Dividendentitel.

Unter den Einzelwerten standen Tui-Aktien nach einem positiven Pressebericht mit einem Plus von 1,66 Prozent im Anlegerfokus. Händler verwiesen auf einen Bericht der US-Finanzzeitschrift «Barron's», die die Titel des Touristikkonzerns zu ihren bevorzugten Papieren 2015 zählt.

«Barron's» sieht nach der abgeschlossenen Fusion zwischen Tui und der britischen Veranstaltertochter Tui Travel deutliches Kurspotenzial. Die Papiere der neuen Tui AG werden in London gehandelt. Damit sind die Tage der Aktien im MDax gezählt. Der Abschied aus dem Index der mittelgroßen Werte wird bei der nächsten Überprüfung im März erwartet.

Das Verschwinden eines AirAsia-Flugzeugs in Südostasien hat Händlern zufolge die Aktien der Allianz um 0,68 Prozent nach unten gedrückt. Die Allianz ist nach eigenen Angaben wichtigster Rückversicherer der vermissten Airbus-Maschine. Auch die Papiere des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus standen mit einem Verlust von 0,66 Prozent unter Druck.

Lanxess-Aktien haben sich vom eingetrübten Ausblick des Spezialchemie-Konzerns mit einem Plus von 0,10 Prozent nicht beeindrucken lassen. Lanxess-Chef Matthias Zachert hat die Anleger erneut auf schwierige Zeiten eingestimmt: Die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2014 würden eher am unteren Rand der Prognose liegen, sagte er dem Handelsblatt (Montagausgabe). Diese Nachricht komme nicht ganz unerwartet; der wolkenverhangene Ausblick sollte der Aktie aber sicher nicht helfen, kommentierte ein Händler die Aussagen.

HeidelbergCement-Aktien kletterten nach dem angekündigten Verkauf des Bauprodukte-Geschäfts in Nordamerika und Großbritannien um 0,46 Prozent nach oben und gehörten damit zu den attraktivsten Dax-Werten. Der Baustoff-Konzern veräußert das Segment an die Investmentgesellschaft Lone Star Funds für maximal 1,4 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion und der Verkaufspreis seien erwartet worden, sagte Analystin Muriel Fellous von der französischen Bank Societe Generale.