Griechische Sportpresse begrüßt neuen Nationalcoach Skibbe

Elf Jahre nach dem sensationellen EM-Triumph mit Otto Rehhagel setzt Griechenland zum zweiten Mal auf einen deutschen Fußball-Trainer.

Griechische Sportpresse begrüßt neuen Nationalcoach Skibbe
Etienne Laurent Griechische Sportpresse begrüßt neuen Nationalcoach Skibbe

Der ehemalige Bundesliga-Coach Michael Skibbe hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben, wie der griechische Verband EPO mitteilte. Die griechische Sportpresse begrüßte die Verpflichtung des gebürtigen Gelsenkircheners. «Skibbe soll uns bis nach Moskau (zur Weltmeisterschaft 2018) führen», schrieb beispielsweise hoffnungsfroh die Zeitung «Goalnews».

Sollte sich der 50-Jährige mit Griechenland für die WM 2018 in Russland qualifizieren, würde sich der Vertrag verlängern. Nach dem desolaten Abschneiden der Griechen in der EM-Qualifikation soll Skibbe schon am 13. November in einem Freundschaftsspiel gegen Luxemburg erstmals auf der Bank sitzen.

Laut übereinstimmenden griechischen Medienberichten wird Skibbe 570 000 Euro pro Jahr plus Boni verdienen. Im Falle der erfolgreichen WM-Qualifikation würden angeblich weitere 500 000 Euro an Prämien auf sein Konto überwiesen.

Der 77 Jahre alte Rehhagel war 2004 in Portugal sensationell mit den Griechen Europameister geworden. Wegen teils erschreckend schwacher Leistungen in der Vergangenheit haben die Hellenen während der Qualifikationsrunde zur EM 2016 gleich drei Trainer verschlissen.

Nach einer peinlichen Niederlage gegen die Färöer war zunächst der Italiener Claudio Ranieri beurlaubt worden. Der Uruguayer Sergio Markarian war nach nur fünf Monaten im Amt zurückgetreten. Auch unter U21-Coach Kostas Tsanas, der das Team zuletzt betreut hatte, ging es weiter bergab.

Mit dem Deutschen soll nun die sportliche Wende gelingen. Erst vor wenigen Wochen stand der griechische Verband kurz davor, Bernd Schuster als Nationalcoach zu verpflichten. Allerdings platzte der Deal wegen eines angeblichen Streits um den Co-Trainer-Posten noch in letzter Minute.

Jetzt also soll es Weltenbummler Skibbe richten, der seit 2011 fünf verschiedene Clubs trainiert hat - in der Türkei, Deutschland und der Schweiz. Zuletzt war Skibbe Coach beim türkischen Erstligisten Eskisehirspor.

Die Aufgabe wird schwierig. Lediglich einen einzigen Sieg schaffte Griechenland in der wohl schwächsten EM-Quali Gruppe F, in der sich Nordirland und Rumänien direkt für die Endrunde qualifiziert hatten. Und in der kommenden WM-Qualifikationsrunde trifft Skibbe mit den Bundesliga-Profis Sokratis (Dortmund) und Kyriakos Papadopoulos (Leverkusen) unter anderen auf den Weltranglisten-Dritten Belgien.