Große Sorgen um China drücken Dax kräftig nach unten

Der deutsche Aktienmarkt ist wieder stärker unter Druck geraten - vor allem wegen der nach wie vor brenzligen Lage in China.

«Die Turbulenzen in China lassen böse Vorahnungen zu. Viele Anleger haben sich deswegen erst einmal von der Börse zurückgezogen», sagte Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Auch der anziehende Eurokurs belastete die Kurse. Er macht deutsche Waren für ausländische Käufer teurer.

Der Dax ging 2,56 Prozent tiefer bei 11 056,40 Punkten aus dem Handel. In der Vorwoche war der deutsche Leitindex bereits um fast 3 Prozent gefallen. Der Index der mittelgroßen Werte - der MDax - gab zum Wochenstart um weitere 2,61 Prozent auf 20 103,20 Zähler nach. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 2,91 Prozent auf 1751,96 Punkte ein.

Börsianer sehen gerade exportorientierte Unternehmen als Leidtragende eines starken Euro, da für Ausfuhren außerhalb der Eurozone dann mehr gezahlt werden muss. Das überraschend aufgehellte Ifo-Geschäftsklima in Deutschland hatte die Stimmung an der Frankfurter Börse derweil nicht nachhaltig verbessern können.

Tagesverlierer im Dax war die Aktie der Deutschen Bank mit einem Abschlag von 3,96 Prozent auf 29,445 Euro. Händler verwiesen auf die zuvor besonders dynamische Erholung der Bankenwerte, allen voran bei den Papieren des deutschen Branchenprimus: Seit dem Zwischentief am 8. Juli hatte sich die Aktie in der Spitze um mehr als 17 Prozent erholt und damit die beste Entwicklung im gesamten Dax gezeigt. Lipkow verwies auch auf andere Sorgen: «Die Banken schaffen es weiterhin, jeden möglichen Finanzskandal mitzunehmen», sagte der Experte mit Blick auf einen «Spiegel»-Bericht.

Die Aktien der Deutschen Börse büßten 2,91 Prozent ein. Außer dem 725 Millionen Euro schweren Kauf der Devisenhandels-Plattform 360T kündigte der Frankfurter Börsenbetreiber die Komplettübernahme des Index-Anbieter Stoxx sowie der Indexberechnungsfirma Indexium an. Die am Abend erwarteten Quartalszahlen der Deutschen Börse sollten Experten zufolge daher stark ausfallen.

Eine negative Studie belastete Aktien der deutschen Autozulieferer im MDax. Analyst Tim Rokossa von der Deutschen Bank zeigte sich besorgt über die Schwäche im chinesischen Markt. Eine Abstufung drückte die Aktie von Dürr mit minus 8,54 Prozent ans Indexende, bei den Papieren des Roboterbauers Kuka ging es um 7,97 Prozent bergab.

Die europäischen Börsen konnten sich dem weltweiten Abwärtsdruck nicht entziehen - der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 2,41 Prozent auf 3513,10 Punkte. Auch der Pariser CAC 40 und der FTSE-100 in London schlossen im Minus. In New York verzeichnete der Dow Jones Industrial zum Börsenschluss in Europa ebenfalls Verluste.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,52 (Freitag: 0,55) Prozent. Der Rentenindex Rex nahm um 0,16 Prozent auf 139,12 Punkte zu. Der Bund-Future legte um 0,07 Prozent auf 153,89 Zähler zu. Auch der Eurokurs stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1058 (1,0939) US-Dollar fest. Der Dollar kostete 0,9043 (0,9142) Euro.