Großkreutz «brennt» auf Pokal-Hit gegen Ex-Club BVB

So wie Kevin Großkreutz fiebert beim VfB Stuttgart sicher kein anderer dem Pokal-Hit gegen Borussia Dortmund entgegen. «Ich brenne und freue mich», sagt der Winterzugang des schwäbischen Fußball-Bundesligisten vor dem Viertelfinale gegen seinen Ex-Club.

Großkreutz «brennt» auf Pokal-Hit gegen Ex-Club BVB
Thomas Eisenhuth Großkreutz «brennt» auf Pokal-Hit gegen Ex-Club BVB

«Für mich ist das ein ganz besonderes Spiel, das ist kein Geheimnis.» Dortmund und der BVB waren und bleiben Großkreutz' große Liebe. «Ich habe 27 Jahre dort gelebt. Das ist immer mein Zuhause.» Aber in Stuttgart fühle er sich auch schon «sehr wohl», schob er sofort nach.

Am Dienstag spielt der Ur-Dortmunder nun erstmals gegen seinen Herzens-Verein. Zweimal holte der vielseitig einsetzbare Großkreutz mit den Schwarz-Gelben den deutschen Meistertitel, 2012 beim Double auch den DFB-Pokal. «Für Kevin, uns und die Fans wird es ein ganz eigenes Gefühl. Das hat es noch nie gegeben, dass einer von der Südtribüne gegen den BVB spielt», betonte auch Dortmunds Kapitän Mats Hummels.

Aber an diesem Pokalabend will Großkreutz all das komplett ausblenden. «Jetzt spiele ich für den VfB. Da werde ich alles geben, da werde ich alles raushauen», verspricht er. «Auf dem Platz kenne ich keine Freunde.» Das gilt auch für seine alten BVB-Kumpels, mit denen immer noch intensiver und inniger Kontakt besteht. «Da wird noch geschrieben», berichtete der 27-Jährige über regen SMS-Austausch vor dem Anpfiff dieser ganz besonderen Begegnung.

Der BVB ist für Großkreutz «natürlich Favorit». Dortmund sei «ein Weltklasseteam. Nicht umsonst sind sie Zweiter», sagte er, räumte seinem neuen Club aber durchaus Chancen ein. «Man kann einen Favoriten in einem Spiel schlagen.» Christian Gentner sieht das genauso. «Das ist ein ganz anderes Kaliber als die letzten Wochen, aber der Pokal ist immer was Spezielles. Eine Überraschung für uns ist absolut möglich», erklärte der VfB-Kapitän.

Schließlich haben die - einschließlich des Pokalerfolgs gegen Braunschweig - seit sieben Spielen ungeschlagenen und zuletzt viermal in Serie siegreichen Schwaben wieder extrem an Selbstvertrauen gewonnen. «Da müssen wir uns als VfB Stuttgart nicht kleiner machen als wird sind», betonte Sportvorstand Robin Dutt.

Eine Pleite wie bei Jürgen Kramnys Premiere als Bundesligacoach in Dortmund Ende November muss der VfB nicht befürchten. 1:4 ging er damals unter, auch wenn er «lange gut mithielt», wie Großkreutz als damaliger TV-Augenzeuge nun befand. «Stuttgart ist jetzt deutlich stärker. Uns erwartet eine harte und reizvolle Aufgabe», warnte Hummels.

Großkreutz hat zur Trendwende beigetragen. Seit seinem Wechsel von Galatasaray Istanbul, wo er wegen eines Formfehlers nie spielen durfte, zum VfB für rund eine Million Euro stellte ihn Kramny immer als rechten Außenverteidiger auf. «Man merkt, dass er Erfahrung hat, die er bei der Nationalmannschaft und bei Dortmund gesammelt hat», sagte Gentner. «Er hat ein gutes Gespür, er wird nicht gleich nervös in kritischen Situationen. Stand jetzt ist er eine sehr, sehr gute Verstärkung.» Dutt strich den absoluten Einsatzwillen und Kampfgeist des Weltmeisters heraus: «Wir haben jetzt eine gewisse Mentalität, für diese Mentalität steht Kevin.»

Seine Qualitäten will Großkreutz auch gegen seinen Ex-Verein einbringen und mit dem VfB den nächsten Schritt Richtung Berlin machen. «Ich stand schon dreimal im Pokalfinale. Jetzt wollen wir Dortmund schlagen und ins Halbfinale», sagte er.