Groupon blüht unter neuen Chefs auf

Das Schnäppchen-Portal Groupon hat dank Erfolgen im Heimatmarkt USA seinen Abwärtstrend gestoppt. Dazu trug auch die Verbreitung von Smartphones und Tablet-Computern bei.

Groupon blüht unter neuen Chefs auf
Jens Kalaene Groupon blüht unter neuen Chefs auf

Mittlerweile werden in Nordamerika die Hälfte aller Groupon-Käufe von diesen mobilen Geräten aus gemacht. Die Aktie stieg am Donnerstag vorbörslich um über 23 Prozent. Dazu trug auch die Ankündigung eines Aktienrückkaufs im Umfang von 300 Millionen Dollar bei.

«Nach zwei Quartalen im Job bin ich zufrieden mit den Fortschritten, die wir in solch einer kurzen Zeit gemacht haben», sagte Mitgründer Eric Lefkofsky am Sitz in Chicago. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats hatte zusammen mit seinem Stellvertreter Ted Leonsis die Geschäfte übernommen, nachdem sein Kompagnon Andrew Mason im Februar wegen Erfolglosigkeit gefeuert worden war. Lefkofsky wurde nun zum alleinigen Firmenchef bestellt, während Leonsis den Vorsitz im Verwaltungsrat übernimmt. Er ist damit oberster Kontrolleur.

Bei Groupon können Kunden Rabattgutscheine von Dienstleistern, Restaurants oder Händlern kaufen. Der Deal kommt erst zustande, wenn sich eine bestimmte Käuferzahl findet.

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz von Groupon um 7 Prozent auf 609 Millionen Dollar (457 Mio Euro). Allerdings legten auch die Kosten kräftig zu, so dass unterm Strich ein Verlust von annähernd 8 Millionen Dollar herauskam. Vor einem Jahr hatte Groupon noch gut 28 Millionen Dollar verdient. Jedoch war gleichzeitig das Wachstum ins Stocken geraten, was die Anleger in Scharen flüchten ließ. Seit dem Amtsantritt des neuen Führungsgespanns hat sich der Aktienkurs in etwa verdoppelt. Das Papier kostet damit aber immer noch weniger als die Hälfte vom Ausgabepreis beim Börsengang Ende 2011.

Groupon war nach einem rasanten Wachstum als eines der zukunftsträchtigsten Unternehmen gefeiert worden - doch dann verlangsamte sich die Entwicklung. Vor allem das schnell ausgebaute internationale Geschäft machte Probleme. Zunächst im Heimatmarkt wurde ein neues System eingeführt, bei dem die Angebote stärker auf die Interessen der Kunden zugeschnitten werden. Die Änderungen zahlten sich sichtbar aus: In Nordamerika schossen die Umsätze um 45 Prozent auf 377,2 Millionen Dollar hoch. In der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika fielen sie hingegen um ein Viertel auf knapp 160 Millionen Dollar. Die US-System solle zügig auch in anderen Ländern eingeführt werden, kündigte Lefkofsky an.