Groupon kommt nicht aus den roten Zahlen

Das Schnäppchen-Portal Groupon kommt bei seinem Umbau voran, hängt aber weiter in den roten Zahlen. Groupon verlor im dritten Quartal annähernd 3 Millionen Dollar (2 Mio Euro) und damit so viel wie im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab.

Groupon kommt nicht aus den roten Zahlen
Jens Büttner Groupon kommt nicht aus den roten Zahlen

Auch für das Schlussquartal mit dem Weihnachtsgeschäft machte Groupon nicht viel Hoffnung auf einen Gewinn. Die Aktie fiel nachbörslich um 9 Prozent. Dem Unternehmen machen hohe Kosten zu schaffen. Immerhin legte der Umsatz zuletzt um 5 Prozent auf 595 Millionen Dollar zu.

«Wir sind zufrieden mit unseren Fortschritten, aber es gibt noch Arbeit zu tun», erklärte Firmenchef Eric Lefkofsky am Sitz in Chicago. Der Mitgründer hatte das Ruder übernommen, nachdem sein Kompagnon Andrew Mason im Februar wegen Erfolglosigkeit gefeuert worden war.

Bei Groupon können Kunden Rabattgutscheine von Dienstleistern, Restaurants oder Händlern kaufen. Lefkofsky will den Nutzern statt der E-Mail-Newsletter, mit denen Groupon einst aufstieg, eine Datenbank mit Rabatt-Angeboten bieten.

Damit kommt Groupon bisher vor allem in den USA voran. Dort stieg der Quartalsumsatz um fast ein Viertel, während die Erlöse im Rest der Welt deutlich absackten. Das neue System bringt auch Kunden auf mobilen Geräten: Im September seien 40 Prozent der Groupon-Deals auf Smartphones und Tablets abgeschlossen worden.

Groupon hatte sich in der Anfangszeit als «das am schnellsten wachsende Unternehmen aller Zeiten» gepriesen. Der Börsengang im November 2012 brachte eine Bewertung von über zehn Milliarden Dollar. Doch mit dem langsameren Wachstum und anhaltenden roten Zahlen wandten sich die Anleger ab. Die Aktie war zwischenzeitlich nur noch gut ein Zehntel des Ausgabepreises von 20 Dollar wert. Sie liegt jetzt bei rund zehn Dollar.

Groupon hat die Lage zumindest soweit wieder im Griff, dass die zwischenzeitlich abrupt gestoppte internationale Expansion weitergeht. Jetzt verstärkt sich Groupon mit dem Zukauf des südkoreanischen Anbieters Ticket Monster. Bisheriger Besitzer war der US-Rivale LivingSocial, der 260 Millionen Dollar in Barem und Aktien für Ticket Monster bekommt.

Das schnelle Wachstum im Ausland galt als ein Auslöser der Groupon-Probleme: Das Unternehmen hatte sich ein buntes Geflecht aus lokalen Anbietern zusammengekauft und tat sich schwer bei der Integration.