Grüne: Große Koalition lässt Fracking-Hintertür offen

Die von der großen Koalition angestrebte Regelung zum Fracking lässt nach Ansicht der Grünen eine Hintertür für die umstrittene Schiefergas-Förderung offen.

Grüne: Große Koalition lässt Fracking-Hintertür offen
Holger Hollemann Grüne: Große Koalition lässt Fracking-Hintertür offen

Der Vorschlag sei eine «Mogelpackung» und schaffe über Probebohrungen den Einstieg in eine spätere großflächigere Fracking-Förderung, sagte Grünen-Energieexperte Oliver Krischer der Deutschen Presse-Agentur.

Die Fraktionen von SPD und Union hatten am Dienstag mit großer Mehrheit für eine Regelung gestimmt, die deutschlandweit Probebohrungen in sogenannten unkonventionellen Lagerstätten von Erdgas erlaubt, etwa in Schiefergestein. Allerdings müssen die betroffenen Bundesländer den Bohrungen zustimmen. Kommerzielles Fracking an diesen Lagerstätten wird verboten. 2021 soll der Bundestag das Verbot überprüfen.

«Im Windschatten der Fußball-EM wollen Union und SPD Fakten für eine Hochrisikotechnologie schaffen», sagte Krischer. Die Grünen im Bundestag fordern ein komplettes Fracking-Verbot, sowohl für unkonventionelles Fracking, wie es vor allem aus den USA bekannt ist, als auch für sogenanntes konventionelles Fracking in Sandstein, das es in Deutschland seit Jahrzehnten und vor allem in Niedersachsen gibt.