Gute Laune zum Abschluss der Buchmesse

Umsätze, Besucher, Aussteller - das Reden über Zahlen zur Leipziger Buchmesse hat den Verantwortlichen in diesem Jahr sichtlich Freude gemacht.

Gute Laune zum Abschluss der Buchmesse
Jens Kalaene Gute Laune zum Abschluss der Buchmesse

Laut Börsenverein hat der stationäre Buchhandel 2014 Boden gegen die Internetkonkurrenz gutgemacht. Ein guter Indikator, auch wenn der Branchenumsatz insgesamt leicht um zwei Prozent zurückging. Die Buchmesse selbst zieht von Jahr zu Jahr mehr Besucher an. Die Rekordzahl in diesem Jahr: 186 000 Gäste, 11 000 mehr als im Vorjahr. Die Stimmung bei den Organisatoren könnte nicht besser sein.

«Der Auftakt ins Bücherjahr war vielversprechend», erklärte denn auch am Sonntag der Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller. «Die Buchbranche begegnet der Digitalisierung optimistisch und selbstbewusst, das war auf der Messe deutlich zu spüren.»

Die Digitalisierung - das ist längst mehr, als gedruckte Bücher auch als E-Books anzubieten. Holtzbrinck und Bertelsmann zum Beispiel versuchen mit dem Angebot Skoobe, bei Büchern zu etablieren, was Spotify und Netflix bei Musik und Filmen seit Jahren erfolgreich am Markt platziert haben: eine Flatrate für Bücher. Für 10 Euro im Monat kann man bei Skoobe elektronische Bücher lesen so viel man will. Rund 100 000 Titel sind derzeit im Angebot. Geschäftsführerin Constance Landsberg freute sich über ein großes Interesse der Messebesucher.

Die Angebote im Digitalen entwickelten sich dynamischer als die klassischen gedruckten Bücher, hat auch Messe-Direktor Oliver Zille beobachtet. Dennoch stehe nach wie vor das Papier-Buch im Mittelpunkt der Messe. Die Verlage präsentierten ihre Autoren vier Tage lang sowohl bei unzähligen Lesungen auf dem Messegelände als auch beim begleitenden Literaturfestival «Leipzig liest», das nächstes Jahr sein 25. Jubiläum feiert.

Die meisten Lesungen seien noch besser besucht gewesen als im Vorjahr, sagte Theresa Schenkel, Verlagsleitung Marketing bei Droemer Knaur. Das Geschäft mit den Lesern stehe bei der Leipziger Buchmesse im Vordergrund. In Zukunft wolle man noch mehr auf Veranstaltungen mit bekannten Autoren setzen. Das ziehe die Leute an. «Unsere Lesungen waren sehr gut besucht», berichtete auch Sigrid Schmitt von den Fischer-Verlagen. Der direkte Kontakt zwischen Lesern und Autoren mache die Leipziger Buchmesse aus.

Dass die Leser in Massen auf die Buchmesse strömen, stellt die Verantwortlichen allerdings inzwischen auch vor Probleme. Insbesondere am Samstag herrschte in den Halle eine drangvolle Enge. Messe-Chef Zille sagte, bis zum nächsten Jahr (17. bis 20. März 2016) solle weiter am Logistik-Konzept gefeilt werden. Die besondere Atmosphäre hänge ja auch damit zusammen, dass sich die Besucher auf dem Gelände wohlfühlten. Gute Zahlen und viele Besucher seien schön, sagte Zille. Aber: «Ganz klar: Es kann nicht unser Ziel sein, die Publikumszahlen hochzupeitschen.»