Gute Unternehmenszahlen treiben Dax wieder nach oben

Gute Unternehmenszahlen und der Ausgang der US-Kongresswahlen sind am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte positiv aufgenommen worden. Der Dax schloss 1,63 Prozent höher bei 9315,48 Punkten. Damit machte der Leitindex den Rücksetzer seit Wochenbeginn fast wieder wett.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,95 Prozent auf 16 175,88 Punkte nach oben, der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,37 Prozent auf 1259,25 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 1,89 Prozent fester bei 3091,54 Punkten. Die nationalen Indizes in Paris und London legten ebenfalls deutlich zu. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Handelsende knapp ein halbes Prozent im Plus.

In den USA haben die Republikaner nach dem Abgeordnetenhaus auch wieder die Mehrheit im Senat erobert. Das erschwert dem demokratischen US-Präsidenten Barack Obama zwar das Regieren. Allerdings deutete der wahrscheinliche neue Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, noch in der Wahlnacht eine Kompromissbereitschaft an. Zudem ist nach Einschätzung von Händler Huber vom Broker Peregrine & Black mit den Wahlen ein Unsicherheitsfaktor aus den Märkten gewichen.

«Stimulierend dürften auch die Aussagen des japanischen Notenbankchefs Haruhiko Kuroda gewirkt haben, der keine Grenzen für die geldpolitischen Instrumente seiner Notenbank sieht», ergänzte Marktanalyst Andreas Paciorek von CMC Markets. «Viele hoffen auf eine ähnliche Einstellung der Europäer auf der morgigen EZB-Ratssitzung.» Analyst Jens Klatt von DailyFX hält diese Hoffnungen allerdings für trügerisch.

Unternehmenszahlen dominierten das Marktgeschehen. Im MDax besetzten einige Berichtsunternehmen die vorderen Plätze. Für die Kuka-Aktien ging es bis auf ein Rekordhoch bei 52,87 Euro nach oben. Zum Schluss gewannen die Titel des Roboter- und Anlagenbauers noch 5,11 Prozent auf 52,65 Euro, was den Spitzenplatz im Index der mittelgroßen Werte bedeutete. Analysten lobten die Resultate für das dritte Quartal. Selbst eine Kapitalerhöhung konnte den Papieren nichts anhaben.

Der Chemikalienhändler Brenntag zerstreute mit gestiegenen Ergebniszahlen Sorgen vor einer Gewinnwarnung - dies ließ die Aktien um 4,36 Prozent steigen. Beim Gabelstapler-Hersteller Kion sorgten ebenfalls ordentliche Quartalsergebnisse für Kursgewinne von 4,32 Prozent.

Die Papiere von Axel Springer verteuerten sich um 3,81 Prozent. Der Medienkonzern hatte im dritten Quartal dank eines glänzend laufenden Internetgeschäfts das Wachstum beschleunigt. Die Aktien der Hannover Rück stiegen um 2,17 Prozent. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer hatte ein überraschend starkes Sommerquartal geschafft.

Erneuter Schock hingegen für die Aktionäre des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger: Wegen millionenschwerer Abschreibungen angesichts der erheblich verschlechterten Nachfrage droht für das Gesamtjahr nun ein Verlust. Die Anteile des Konzerns brachen daraufhin in der Spitze um mehr als 15 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte 2010 ein. Zum Schluss stand ein Minus von 12,68 Prozent zu Buche.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,68 Prozent am Vortag auf 0,69 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,13 Prozent auf 138,19 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,06 Prozent auf 151,15 Punkte. Der Euro stand bei 1,2491 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2480 (Dienstag: 1,2514) Dollar festgesetzt, der Dollar kostete damit 0,8013 (0,7991) Euro.