Gute US-Arbeitsmarktdaten schicken Dax auf Talfahrt

Der Dax hat am Mittwoch nach starken US-Arbeitsmarktdaten deutliche Verluste eingefahren. Weil der Beschäftigungsaufbau in den USA besser ausgefallenen war als erwartet, sorgten sich Anleger um die Liquiditätsspritzen der US-Notenbank Fed, erklärten Händler.

Gute US-Arbeitsmarktdaten schicken Dax auf Talfahrt
Justin Lane Gute US-Arbeitsmarktdaten schicken Dax auf Talfahrt

Der Dax verlor am Nachmittag 1,12 Prozent auf 9119,99 Punkte, zeitweise war er unter die Marke von 9100 Zählern gerutscht. Seine moderaten Gewinne aus dem frühen Handel konnte er damit nicht verteidigen.

Bereits am Vortag hatte der deutsche Leitindex wegen Aussichten auf eine frühere Straffung der ultralockeren US-Geldpolitik fast zwei Prozent verloren. Der MDax fiel um 1,11 Prozent auf 15 897,24 Punkte. Der TecDax sank um 1,35 Prozent auf 1119,44 Punkte. Auch der EuroStoxx 50 verbuchte ein Minus - bei ihm ging es 0,88 Prozent nach unten.

In den USA war die Beschäftigung des Privatsektors im November deutlich stärker als erwartet gestiegen. Im Monatsvergleich wurden nach Zahlen des privaten Arbeitsmarkt-Dienstleisters ADP 215 000 neue Stellen geschaffen - Finanzanalysten hatten nur mit 170 000 Jobs gerechnet.

Die Angst vor dem Beginn der Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe durch die US-Notenbank Fed sei nun groß, kommentierte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. «Die Urängste der Börse über einen Liquiditätsentzug sind wieder hellwach», sagte er. Die am Abend erwarteten Aussagen der Fed zur Konjunktur sowie der offizielle Arbeitsmarktbericht am Freitag wären nun wegweisend dafür, ob die US-Währungshüter schon auf ihrer Sitzung im Dezember eine langsamere Gangart in der Geldpolitik anschlügen.

Bei den Einzelwerten gab es im Dax nach den Arbeitsmarktzahlen aus den USA fast nur noch Verlierer. Aktien der Deutschen Bank verloren nach dem Bußgeldbescheid der EU-Kommission im Libor-Manipulationsskandal 1,79 Prozent. Das größte deutsche Kredithaus muss nun 725,4 Millionen Euro Strafe zahlen. Abermals schwach präsentierten sich auch ThyssenKrupp mit einem Minus von 1,74 Prozent.

Autowerte reagierten unterschiedlich stark auf die jüngsten US-Absatzzahlen vom Vorabend. Daimler verlor 1,00 Prozent, BMW 1,07 Prozent. Volkswagen (VW) kam mit einem kleinen Minus von 0,13 glimpflicher davon. Beim Zulieferer Continental stand ein Kursplus von 0,19 Prozent zu Buche - der einzige Dax-Wert mit Kursgewinn. Gagfah waren wegen einer Aktienplatzierung mit minus 4,10 Prozent unter den schwächsten MDax-Werten zu finden.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 133,80 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,50 Prozent auf 140,57 Punkte. Der Euro fiel im Zuge der guten US-Arbeitsmarktdaten auf zuletzt 1,3537 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3592 (Dienstag: 1,3578) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7357 (0,7365) Euro.