Gutes Geschäftsklima beflügelt deutschen Aktienmarkt

Der Dax hat am Freitag positiv auf das Ifo-Geschäftsklima reagiert. Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im April aufgehellt. Allerdings blicken die Unternehmen überraschenderweise weniger zuversichtlich in die Zukunft als zuletzt.

Der deutsche Leitindex stieg zuletzt um 0,66 Prozent auf 11 800,38 Punkte, nachdem der Dax zunächst am Morgen keine klare Richtung gefunden hatte.

Carsten Brzeski von der ING-DiBa sieht «nicht aufzuhaltenden Optimismus» in dem Konjunkturindikator widergespiegelt. Thomas Gitzel von der VP Bank Gruppe in Vaduz mahnte zugleich: «Der leicht eingetrübte Wirtschaftsausblick zeigt, dass für die deutsche Wirtschaft derzeit nicht mehr drin ist.» Die internationale Situation sei und bleibe schwierig mit Grexit-Diskussion, Jemen-Krise und dem Konflikt in der Ukraine.

Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,02 Prozent auf 21 015,89 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,21 Prozent auf 1657,60 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte um 0,71 Prozent auf 3724,18 Punkte.

Unterstützung kam von der Wall Street: Der breit angelegte S&P-500-Index hatte am Donnerstag im Tagesverlauf einen Höchststand erreicht und an der technologielastigen Nasdaq schloss der Composite-Index auf einem Rekordhoch.

Neben der positiven US-Vorgabe verwies Marktstratege Stan Shamu vom Handelshaus IG als Unterstützung auch auf wachsenden Optimismus im Fall Griechenland. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras in Brüssel von einem «konstruktiven Gespräch» berichtet.

Aktien aus der Automobilindustrie zählten dank guter Nachrichten von Renault zu den Gewinnern. So legten die Papiere des Zulieferers Continental um 1,4 Prozent zu, die Vorzugsaktien von Volkswagen gewannen fast 2 Prozent. Europas drittgrößter Autokonzern Renault hatte im ersten Quartal dank anziehender Verkäufe in Europa unerwartet viel Umsatz gemacht.

Die Aktien der Allianz fielen um mehr als 2 Prozent, nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley die Papiere des Versicherers abgestuft hatte.