Ägyptens Liga pausiert nach Krawallen mit Toten

Nach den schweren Ausschreitungen bei einem Erstligaspiel in der ägyptischen Hauptstadt Kairo hat der nationale Fußballverband sämtliche Spiele auf unbestimmte Zeit abgesagt. Es wurde eine dreitägige Trauer um die Opfer der Krawalle angeordnet, hieß es in einer Erklärung.

Bei dem Spiel am Sonntagabend waren nach offiziellen Angaben mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Die ägyptische Staatszeitung «Al-Ahram» berichtete gar von bis zu 30 Toten. Es waren die schwersten Ausschreitungen bei einem Fußballspiel in Ägypten seit Februar 2012. Damals waren nach einem Spiel in Port Said 74 Menschen gestorben.

Nach Angaben des Innenministeriums kam es am Sonntagabend vor dem Derby der beiden Kairoer Clubs Zamalek und ENPPI zu den Krawallen, als sich Tausende Zamalek-Fans, die keine Tickets besaßen, Zugang zu dem Stadion verschaffen wollten. Sicherheitskräfte hinderten sie daran. Anschließend kam es Medienberichten zufolge zu einer Massenpanik. Murtada Mansur, Chef des Zamalek-Teams, warf den Ultras vor, die Gewalt provoziert zu haben. Erst vor wenigen Wochen war ein zweijähriges Zuschauerverbot für Erstliga-Spiele von den ägyptischen Behörden aufgehoben worden.