Hackerkongress ruft zum Widerstand gegen Überwachung auf

Internet-Aktivisten und Computer-Experten haben ihr 30. Jahrestreffen Chaos Communication Congress mit einem Aufruf zum Widerstand gegen staatliche Überwachung begonnen.

«Wir sind aus einem Alptraum aufgewacht in eine Realität, die noch schlimmer ist», sagte Auftaktredner Tim Pritlove am Freitag in Hamburg. «Wir müssen das Internet neu erfinden, wir müssen das Internet neu denken.» Der Lebensraum der Szene werde durch die Überwachung wie durch ein Gift bedroht.

Ein Videoclip zeigte eine Rückblende auf 1984, das Jahr des ersten Chaos Communication Congress. «1984» ist zugleich der Titel eines Roman von George Orwell, der die Horrorvision einer komplett überwachten Gesellschaft beschreibt. Das Buch sei nicht als Anleitung gedacht gewesen, lautet ein dieser Tage wieder viel zitierter Spruch der Hackerszene. Eine Warnung, auf die Pritlove erneut verwies angesichts der Enthüllungen über die praktisch grenzenlosen Möglichkeiten der Geheimdienste zur Überwachung der digitalen Kommunikation.

Pritlove rief die versammelten Hacker in dem vollbesetzten Saal im Congress Centrum Hamburg auf, sich gegen ausufernde Überwachung zu wehren. Die Geschwindigkeit, mit der sich die digitale Überwachung verbreite, müsse verlangsamt werden, sagte er. «Habt Spaß und rettet die Welt», rief er den Teilnehmern zu. Bis Montag erwarten die Teilnehmer des Kongresses dutzende Vorträge, Projekte und Präsentationen. Dabei werden die Snowden-Enthüllungen auch immer wieder eine Rolle spielen.