Hafenarbeiter in Piräus streiken: Tourismus leidet

Ein seit knapp drei Wochen andauernder Streik der griechischen Hafenarbeiter bringt Kreuzfahrt-Touristen viel Ärger. In Piräus legten am Samstag sieben Schiffe an. Rund 15 000 Touristen mussten selbst ihre Koffer über weite Strecken in den Hafenanlagen tragen.

Hafenarbeiter in Piräus streiken: Tourismus leidet
Orestis Panagiotou Hafenarbeiter in Piräus streiken: Tourismus leidet

Zwei andere Schiffe änderten ihre Route und liefen am Samstag in zwei kleineren Häfen 80 Kilometer von Piräus entfernt ein. Die Touristen mussten lange Fahrten in Kauf nehmen, um die Sehenswürdigkeiten von Athen besichtigen zu können.

«Diese Strapazen für die Touristen werden Konsequenzen für die Branche mit sich bringen», warnte Michalis Nomikos, Leiter einer der größten Reiseagenturen Griechenlands in einem Gespräch mit dem Radiosender der Stadt Athen. Wenn das so weitergehe, würden die Reedereien Piräus aus ihrem Programm streichen.

Der für die Schifffahrt zuständige Minister Thodoris Dritas warnte die Streikenden, ihre Taktik könne «katastrophale Folgen für die Bemühungen zur Ankurbelung der griechischen Wortschaft haben».

Griechenland hat die Einnahmen aus dem Tourismus wegen der Krise bitternötig. Fast ein Fünftel der Wirtschaftsleistung kommt aus der Branche und den mit ihr verbundenen Tätigkeiten. Die Streikenden befürchten, dass sie den Status von Quasi-Staatsbediensteten verlieren, falls Privatfirmen die Häfen übernehmen. Privatisierungen sind aber Bestandteil des griechischen Reform- und Sparprogramms.