Wimbledon kann kommen: Federer gewinnt achten Halle-Titel

Roger Federer hat zum achten Mal das Traditionsturnier in Halle gewonnen und eine Woche vor Wimbledon-Beginn eine weitere Bestmarke in seiner einzigartigen Karriere aufgestellt.

Wimbledon kann kommen: Federer gewinnt achten Halle-Titel
Maja Hitij Wimbledon kann kommen: Federer gewinnt achten Halle-Titel

Der Weltranglisten-Zweite aus der Schweiz entschied in seinem 130. Finale auf der ATP-Tour das Duell mit Tommy-Haas-Bezwinger Andreas Seppi mit 7:6 (7:1), 6:4 für sich und feierte den insgesamt 86. Titel seiner Laufbahn.

Nach 1:48 Stunden Spielzeit auf dem voll besetzten Center Court nutzte Federer vor rund 10 000 Zuschauern seinen zweiten Matchball. Um 15.16 Uhr erhielt er aus den Händen von Schirmherr und Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD) den mächtigen Goldpokal und durfte dem Whitney-Houston-Schlager «One moment in time» und dann noch der Schweizer Nationalhymne lauschen. «Das ist natürlich ein spezieller Moment für mich, im Vorfeld von Wimbledon hier zum achten Mal zu gewinnen. Das geht nicht spurlos an einem vorbei», sagte Federer.

Für Wimbledon zählt Federer neben dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic jetzt wieder zu den Top-Favoriten. Den Grand-Slam-Klassiker in London hat der doppelte Zwillingsvater ebenso wie das Turnier in Dubai siebenmal gewonnen.

Nach einem kurzen Abstecher in die Schweizer Heimat wird Federer vom 29. Juni an dann einen weiteren Angriff auf den achten Titel bei seinem Lieblingsturnier starten - dann ist im Gegensatz zur Reise in die westfälische Provinz auch seine Familie mit Frau Mirka, den Zwillings-Mädchen Charlene Riva und Myla Rose (5) und die Brüder Leo und Lenny (1) dabei sein.

Im Ü-30-Finale zwischen dem 33 Jahre alten Schweizer und dem 31 Jahre alten Südtiroler musste zu den Klängen von «Raindrops Keep Falling On My Head» beim Stand von 3:3 und 40:40 das Stadiondach geschlossen werden. Die 13-minütige Unterbrechung störte aber keinen der beiden Kontrahenten, die hochkonzentriert ihrer Arbeit auf dem doch schon recht ramponierten und jetzt auch leicht feuchten Rasen nachgingen.

Beim Stand von 4:5 wehrte Federer bei eigenem Aufschlag zwei Satzbälle ab - jeweils mit einem Ass. Wie schon tags zuvor bei seinem Sieg gegen Aufschlag-Goliath Ivo Karlovic musste Federer in den Tiebreak. Seppi konnte in seinem Halbfinale Kräfte sparen, weil sein japanischer Gegner Kei Nishikori im ersten Satz aufgab. Gegen Federer kassierte er sofort das Mini-Break zum 0:1, und nach 62 Minuten entschied der Schweizer Ausnahmekönner den Tiebreak 7:1 für sich.

Im zweiten Durchgang glückte Federer erst im allerletzten Spiel zum 6:4 das entscheidende Break. «In den entscheidenden Momenten hat er besser gespielt und am Ende verdient gewonnen», sagte Seppi, der in der ersten Runde den deutschen Routinier Tommy Haas bezwungen hatte.