Hamas nennt Lieberman legitimes Anschlagsziel

Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas hat die mutmaßlichen Anschlagspläne auf Israels Außenminister Avigdor Lieberman gerechtfertigt. Der ranghohe Hamas-Führer Ismael Radwan sagte, die israelische Regierung hätte im Gaza-Krieg «Massaker» an Frauen und Kindern verübt.

Auch würden sie aktuell die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem «und unsere heiligen Stätten jeden Tag beschmutzen». Daher sei Lieberman während des Gaza-Krieges im Sommer ein legitimes Ziel gewesen.

Am späten Donnerstagabend war bekanntgeworden, dass Israels Sicherheitsbehörden im Sommer einen Anschlag auf Lieberman verhindert haben sollen. Eine Gruppe militanter Palästinenser habe nahe Bethlehem im Westjordanland geplant, eine Panzerfaust zu kaufen und das Auto des Politikers zu beschießen, berichteten israelische Medien unter Berufung auf den israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet. Die Männer hätten unter anderem Liebermans Fahrtrouten von und zu seinem Wohnort, einer jüdischen Siedlung im Westjordanland, ausgekundschaftet. Radwan wollte den Wahrheitsgehalt der Berichte weder bestätigen noch dementieren.

Ziel des Anschlags sei es gewesen, eine Botschaft an die israelische Regierung zu senden, die Angriffe auf den Gazastreifen zu stoppen. Der Krieg zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas war Ende August nach 50 Tagen mit einer Waffenruhe zu Ende gegangen. Dabei starben mehr als 2100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis.