Hamburg feilt an Olympia-Plan - Berlin will nicht mehr

Nach der Entscheidung des DOSB-Präsidiums zugunsten von Hamburg fordert Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) volle Unterstützung für das Olympia-Konzept der Hansestadt. «Für Olympia sind wir ab heute alle Hamburger», sagte de Maizière in Berlin.

Hamburg feilt an Olympia-Plan - Berlin will nicht mehr
Soeren Stache Hamburg feilt an Olympia-Plan - Berlin will nicht mehr

«Es gibt bei dieser Bewerbung keine Gewinner und keine Verlierer. Es geht um eine Bewerbung für Deutschland. Hamburg ist jetzt unser gemeinsamer Kandidat.» De Maizière sicherte zu, die Bundesregierung werde die deutsche Olympia-Bewerbung für 2024 auf dem weiteren Weg nach besten Kräften unterstützen.

Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hatte sich im Kandidatenrennen zwischen Hamburg und Berlin gegen die Hauptstadt entschieden. Am Samstag stimmen DOSB-Mitglieder in Frankfurt darüber ab und entscheiden endgültig.

Geringe Chancen für Hamburgs Bewerbung gegenüber hochrangigen Rivalen wie der US-Stadt Boston oder Rom sieht DOSB-Vorstandschef Michael Vesper nicht. «Es ist eindeutig so, dass bei einem internationalen Bewerbungsprozess alle Bewerber von derselben Startlinie loslaufen», sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk.

Auch die ebenfalls mögliche Fußball-EM 2024 in Deutschland sei kein Problem. «Wenn ein Land in der Lage ist, beide Ereignisse zu organisieren, in einem Sommer, in einem Super-Sportjahr, dann ist das Deutschland», meinte der frühere Grünen-Politiker.

Die Olympia-Planer an der Elbe haben derweil bereits begonnen, an den Feinheiten ihres Konzepts zu feilen. «Wir müssen alle Kosten ermitteln, öffentlich machen und transparent darstellen», kündigte Hamburgs Sportsenator Michael Neumann (SPD) die dringendsten Aufgaben für die kommenden Tage an. Auch die Auswahl eines Segelreviers - Kiel, Lübeck und Rostock wollen dabei sein - gehöre dazu. Auch auf Olympia-Kritiker soll zugegangen werden.

In Berlin spielten Olympia-Überlegungen dagegen erstmal für lange Zeit keine Rolle mehr, stellte Innen- und Sportsenator Frank Henkel (CDU) im RBB-Inforadio klar. Zwar bleibe er überzeugt vom eigenen Konzept. Nach dem nationalen Aus Berlins für 2024 schloss er eine erneute Bewerbung der Hauptstadt für 2028 aber kategorisch aus. Als Hauptursache für die Niederlage machte Henkel den Rückstand bei einer repräsentativen Forsa-Umfrage aus. «Wir wussten ja, dass das ein entscheidendes Kriterium für den DOSB gewesen ist. Wir haben aufgeholt, aber es hat am Ende nicht gereicht», sagte er.

In Hamburg hatten sich 64 Prozent der Befragten für eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen, in Berlin dagegen nur 55 Prozent.

Die Niederlage Berlins gelte es zu akzeptieren, sagte Henkel. In den Bewerbungsregeln sei festgeschrieben, dass der deutsche Kandidat für 2024 bei einem Scheitern vier Jahre später noch einmal antrete, betonte er.