Lynn Hershman Leeson in der Retrospektive

Sie gilt als Pionierin der Medienkunst: Die Deichtorhallen Hamburg zeigen vom Sonntag an (bis 15. November) eine Retrospektive von Lynn Hershman Leeson. Die 1941 geborene Amerikanerin ist eine der ersten Medienkünstlerinnen und eine starke Stimme des Feminismus.

Lynn Hershman Leeson in der Retrospektive
Ronald Wittek Lynn Hershman Leeson in der Retrospektive

«Ihre innovativen Arbeiten behandeln Themen, die als Schlüssel zu gesellschaftlichen Fragestellungen zu verstehen sind: Die Beziehungen zwischen Mensch und Maschine, die Konstruktion von Identität, Überwachung, die Beziehung des Realen zum Virtuellen sowie die Nutzung der Medien als Werkzeug gegen Zensur und politische Unterdrückung», teilten die Deichtorhallen am Freitag mit.

Ihre bekannteste Werkreihe, «Roberta Breitmore» (1973-1978), wird bestimmt von der gleichnamigen Kunstfigur. Als eine Art Klon der Künstlerin wird deren Leben von 1973 bis 1978 in Echtzeit und in der realen Außenwelt inszeniert − Roberta Breitmore wird dabei überwiegend von Hershman Leeson selbst verkörpert, aber auch teilweise von drei anderen Frauen. Mit Roberta Breitmore habe Hershman Leeson der Idee einer künstlerisch konstruierten Identität eine Form gegeben und damit die virtuellen Welten von «Second Life» um viele Jahre vorweggenommen.