Tödlicher Streit in Hamburg: Zeugen widersprechen sich

Nach einem tödlichen Streit in Hamburg haben Zeugen widersprüchliche Angaben zum Ablauf des Geschehens gemacht. Die Vernehmungen dauerten an, sagte ein Polizeisprecher. Zunächst waren die Ermittler davon ausgegangen, dass ein 22-Jähriger den Streit eines jungen Paares schlichten wollte.

Tödlicher Streit in Hamburg: Zeugen widersprechen sich
christoph leimig Tödlicher Streit in Hamburg: Zeugen widersprechen sich

Er habe der Frau helfen wollen. Ihr 20 Jahre alter Freund habe daraufhin den 22-Jährigen attackiert und erstochen. Der Sachverhalt stelle sich möglicherweise aber anders dar, sagte der Sprecher.

Offen sei, ob der 22-Jährige in die laufende Auseinandersetzung eingriff oder erst, als er schon vorbei war, erklärte der Sprecher. Dann würde es sich nicht um eine klassische Nothilfesituation handeln. Fraglich sei auch, ob es überhaupt eine körperliche Auseinandersetzung zwischen dem Paar gab oder ob die beiden nur verbal stritten.

Die zahlreichen Zeugen seien zum Teil alkoholisiert gewesen. Zudem müssten Dolmetscher bei den Vernehmungen helfen, hieß es. Der mutmaßliche Täter hatte sich noch am Sonntagmorgen der Polizei gestellt. Er soll heute vor den Haftrichter kommen.

Unabhängig von diesem konkreten Fall riet die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Hamburg davon ab, sich in gewaltsame Auseinandersetzungen einzumischen. Man sollte lieber nur beobachten und die Polizei verständigen. «Helfen ja, aber bitte nicht sich selbst in Gefahr bringen», fasste ein Sprecher die Maxime zusammen.