Hannover atmet auf: Glückliches 1:0 gegen Werder

Trainer Michael Frontzeck kann nach dem glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg von Hannover 96 im schwachen Nordderby gegen Werder Bremen vorerst aufatmen.

Hannover atmet auf: Glückliches 1:0 gegen Werder
Peter Steffen Hannover atmet auf: Glückliches 1:0 gegen Werder

Durch einen Kopfballtreffer von Salif Sané (55. Minute) gelang dem bisherigen Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga am achten Spieltag endlich der erste Saisonsieg. Damit dürfte der zuletzt unter Druck geratene Frontzeck etwas beruhigter in die Länderspielpause gehen. Bei Werder wird die Lage nach der vierten Niederlage in Serie dagegen allmählich prekär. Mit sieben Punkten rangiert das Team von Trainer Viktor Skripnik als 14. nur noch zwei Zähler vor Hannover auf dem Relegationsrang 16. Überzeugend war Hannovers Sieg allerdings kaum. Beiden Teams war die Verunsicherung deutlich anzumerken, das Niveau des Spiels war schlecht.

Trotz der Pleitenserie der Gäste war Werder zunächst zwar spielbestimmend, vor dem Tor aber viel zu ungefährlich. Hannover spielte deutlich ängstlicher als die Gäste, das Zusammenspiel funktionierte kaum und ein Angriffsspiel fand nicht statt. Halbwegs gefährlich wurde es lediglich bei Standards oder durch Zufälle, wie nach einer guten halben Stunde, als Leon Andreasen der Ball vor der Füße fiel. Der Däne schloss aus kurzer Distanz direkt ab, doch Werder-Keeper Felix Wiedwald hielt stark. Bezeichnend war, dass auch Sanés Siegtreffer nach einer Ecke fiel.

Bis zur Führung war ansonsten kaum ein positiver Aspekt des Kurz-Trainingslagers der Hannoveraner vor dem brisanten Duell zu erkennen. 96-Coach Frontzeck hatte sich mit seinem Team einige Tage nach Harsewinkel zurückgezogen - wie schon vor dem entscheidenden 2:1-Sieg zum Klassenverbleib der Niedersachsen am letzten Spieltag der vergangenen Saison gegen Freiburg. Spielerische Fortschritte oder Selbstvertrauen nach dem überraschenden 1:1 beim VfL Wolfsburg in der Vorwoche erarbeitete sich das Frontzeck-Team aber nicht.

Erst nach dem 1:0 wurde 96 auch zur Freude des neuen Geschäftsführers Martin Bader auf der Tribüne mutiger. Angesichts der Bremer Harmlosigkeit gelang es Hannover zuvor bereits, erstmals in dieser Saison ohne einen Rückstand in die Pause zu gehen. Die Gäste wirkten zwar fußballerisch besser, erspielten sich allerdings zu wenige Chancen.

Erst in der zweiten Halbzeit kamen die Gäste zu Möglichkeiten. Zumeist rettete aber der diesmal nicht in die Nationalelf berufene 96-Keeper Ron-Robert Zieler für Hannover. Die Gastgeber verpassten es in der Schlussphase, den Sieg frühzeitig klar zu machen. Die besten Möglichkeiten vergaben der eingewechselte Mevlüt Erdinc (78.) und Kenan Karaman (86.).