Harte Fronten beim Klimagipfel in Lima

Bei der UN-Klimakonferenz gefährden Konflikte zwischen armen und reichen Ländern eine Einigung auf ein ambitioniertes Gerüst für einen Weltklimavertrag.

Die Gespräche wurden nach 17 Stunden Dauerberatung in Lima zunächst unterbrochen und am Samstag dann fortgesetzt. Dabei zeichnete sich Widerstand mehrerer Entwicklungsländer ab - sie fordern mehr Geld für den Klimaschutz.

Perus Umweltminister und Konferenzpräsident Manuel Pulgar-Vidal mahnte die 195 Länder eindringlich zur Kooperation. Von Lima müsse ein «starkes Signal des Vertrauens und der Hoffnung» ausgehen. «Wir repräsentieren die Welt und das, was die Welt verlangt.»

Umstritten waren bis zuletzt, wie konkret die Klimaschutzzusagen der Länder aussehen sollen, die bis zum Frühjahr 2015 vorgelegt werden sollen. Die Entwicklungsländer pochten zudem auf mehr Mitsprache und klarere Finanzzusagen, damit sie sich gegen die Folgen der fortschreitenden Erderwärmung schützen können.

«Es wäre eine Tragödie, wenn wir hier die Bedürfnisse der Ärmsten in der Welt verleugnen würden», warnte der Vertreter des kleinen Pazifik-Inselstaates Tuvalu. Er forderte eine Regelung, wie mit den ökonomischen Schäden nach Unwetterkatastrophen umgegangen werde.

Der deutsche Chefunterhändler Jochen Flasbarth räumte ein, dass der Prozess zäher verlaufe als erwartet. Das heiße nicht automatisch, dass es schwierig sei. «Das dauert einfach alles nur sehr, sehr lang.»

Gestritten wird auch darüber, ob reichere Schwellenländer noch ins klassische Muster der Entwicklungsländer passen oder ob sie sich beim Klimaschutz wie Industrieländer messen lassen müssen. «Unsere Empfehlung als EU ist, dies wieder so in den Text zu fassen, dass wir diese schwierigste aller Fragen in den nächsten zwölf Monaten lösen. Das hat keine Chance, hier gelöst zu werden», sagte Flasbarth.

Den Länderdelegationen liegt inzwischen ein auf vier Seiten eingedampfter Text vor, der als Lima-Entscheidung im Konsens aller Staaten angenommen werden muss. Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig bewertete den Text als gefährlich schwach. «Das ist fast ein «Worst-Case» (Schlimmster Fall)», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Streit gab es in der Nacht zum Samstag über das Prozedere. Vor allem afrikanische Länder bemängelten, dass sie nicht ausreichend einbezogen worden seien. «Wir fühlen uns, als würden wir bei dem wichtigen Prozess außen vor gelassen», beschwerte sich der Vertreter Nigerias.