Hauptermittler als Zeuge im Wulff-Prozess

Mit der Vernehmung des Hauptermittlers der Polizei ist der Prozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff fortgesetzt worden. Der Vorsitzende Richter befragte im Landgericht Hannover den LKA-Beamten.

Er hatte Einzelheiten zweier Sylt-Urlaube Wulffs gemeinsam mit Filmunternehmer David Groenewold ermittelt. Die Reisen sind aber nicht Gegenstand der Anklage.

Die Ermittler hatten vermutet, dass Groenewold auf Sylt 2007 und 2008 Rechnungen für den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten übernommen hatte. Man habe aber in Absprache mit der Staatsanwaltschaft nicht weiter ermittelt, weil die Kostenübernahmen nicht im einzelnen nachweisbar gewesen seien, sagte der Zeuge.

Wegen eines Oktoberfestbesuchs 2008 muss sich Wulff wegen Vorteilsannahme vor Gericht verantworten, Groenewold ist wegen Vorteilsgewährung angeklagt. Beide bestreiten die Vorwürfe und berufen sich auf ihre enge Freundschaft. Vor zwei Wochen hatte der Vorsitzende Richter in einem Zwischenfazit angeregt, den Prozess einzustellen. Nach seiner ersten Bewertung ist bislang nicht belegbar, dass Wulff sich tatsächlich der Vorteilsannahme schuldig gemacht hat.