Höchster Alarm bei Buschbränden in Australien

In höchster Alarmbereitschaft schauen die Brandbekämpfer in Südostaustralien auf das Wetter. Nach dem Nieselregen der Nacht stiegen die Temperaturen im Laufe des Tages wie vorhergesagt auf mehr als 30 Grad und der Wind frischte deutlich auf.

Höchster Alarm bei Buschbränden in Australien
Dan Himbrechts Höchster Alarm bei Buschbränden in Australien

«Schlimmer kann es kaum werden», sagte der Chef der ländlichen Feuerwehr, Shane Fitzsimmons. Bei Newcastle 160 Kilometer nördlich von Sydney entzündete sich ein neuer Brand und geriet schnell außer Kontrolle. Eine Schule wurde nach Angaben der Feuerwehr geräumt. Die Autobahn M1 Richtung Norden musste gesperrt werden.

Die gesamte Region der Blue Mountains rund 70 Kilometer westlich von Sydney wurde für Touristen geschlossen. «Die Risiken, denen wir hier ausgesetzt sind, dürfen nicht unterschätzt werden», sagte der Vorsitzende des Tourismusverbandes in der Region Lithgow und Oberon, Randall Walker. Anwohner in gefährdeten Ortschaften flohen auf Anraten der Feuerwehr. «Wer nicht bestens vorbereitet ist, hat heute noch die Chance, die Region zu verlassen», twitterte die ländliche Feuerwehr RFS.

Am gefährlichsten war die Lage in den Blue Mountains, wo bereits mehr als 110 000 Hektar Wald und Busch abgebrannt sind. «Die Feuer, die uns am meisten Sorgen machen, hatten über Nacht etwas Regen, sie sind noch ruhig», sagte Fitzsimmons Stellvertreter Rob Rodgers am Mittag vor Reportern. «Beim Blackheath-Brand lodern die Flammen schon wieder auf, und wir rechnen damit auch bei Springwood.»

Die Feuerwehr im bevölkerungsreichsten Bundesstaat New South Wales rund um Sydney hatten mit 60 verschiedenen Bränden zu tun. Die Feuerwehr war mit 1500 Mann im Einsatz und bekam noch Verstärkung aus ganz Australien. Neuseeland bot ebenfalls Einsatzkräfte an.