HDP-Kreise: Zahl der Toten bei Ankara-Anschlag auf fast 100 gestiegen

Die Zahl der Toten bei dem Terroranschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara ist nach Angaben aus der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP auf fast 100 gestiegen.

Die regierungskritische Medizinervereinigung TTB habe 97 Tote registriert, sagte ein HDP-Funktionär, der anonym bleiben wollte, am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es nicht. Die Regierung hatte zuvor mitgeteilt, 86 Menschen seien bei dem Anschlag getötet worde, 186 weitere seien verletzt worden.

Der HDP-Funktionär sagte, man müsse damit rechnen, dass die Zahl der Todesopfer bei dem Doppelanschlag auf einen regierungskritischen Friedensmarsch vom Samstag auf mehr als 100 steigen werde. Die islamisch-konservative Führung des Landes habe den Anschlag «entweder organisiert oder nicht verhindert».

Der HDP-Vertreter wies Angaben der Regierung zurück, hinter der Bluttat könnten die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK oder links-terroristrische Gruppen stecken. «Das ist Unsinn», sagte er. Möglicherweise wolle die von der islamisch-konservativen AKP geführte Regierung den Anschlag dazu nutzen, die für den 1. November geplanten Neuwahlen für das Parlament abzusagen.