Hecking enttäuscht nach 0:2 in Mainz - Rot für Draxler

Dieter Hecking war bedient. Auch im vierten Anlauf mit dem VfL Wolfsburg verpasste der Coach einen Sieg beim FSV Mainz 05. Mit der verdienten 0:2 (0:1)-Niederlage konnten die Niedersachsen ihre miserable Auswärtsbilanz in der Fußball-Bundesliga erneut nicht aufbessern.

Die frühe Rote Karte für Julian Draxler nach einem rüden Foulspiel gegen Gonzalo Jara (13. Minute) wollten weder Hecking noch VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs als Entschuldigung geltenlassen. «Wir haben aus dem Ballbesitz zu wenig gemacht. Wir hatten zu viele Fehler», sagte Hecking, dessen Team weiter auf den zweiten Saisonerfolg dieser Saison wartet. «Mit zehn Mann muss man in Mainz nicht gewinnen, aber man kann besser spielen», erklärte Allofs.

Die Mainzer erwischten nach zuletzt drei Heimniederlagen einen sehr guten Tag und verdienten sich vor 26 331 Zuschauern - darunter der stark in die Kritik geratene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach - den Dreier. «Die Rote Karte hat uns sicher in die Karten gespielt, doch wir hatten schon davor ein, zwei Umschaltaktionen. Wir wollten nicht schön spielen, nur gewinnen. Das ist uns gelungen», stellte 05-Coach Martin Schmidt fest. In seinem 25. Spiel auf der Mainzer Bank lobte der Schweizer die Defensivarbeit. «Wir haben kein Tor gekriegt, das ist besser als die zwei geschossenen», meinte der 48-Jährige.

Dieter Hecking hatte das Wölfe-Team gegenüber dem 0:2 in der Champions League beim PSV Eindhoven auf vier Positionen geändert. Während der Ex-05er André Schürrle, der freundlich begrüßt wurde, sich die Partie bis zur 65. Minute von der Bank aus ansah, rückte Draxler wieder in die Startelf. Nach einem Tritt an den Kopf von Jara zückte der kleinliche Schiedsrichter Daniel Siebert allerdings die Rote Karte.

«Wir müssen vor der eigenen Tür kehren. Zur Zeit fehlt es an der Konzentration. Wir müssen sehen, dass wir die Kurve kriegen», meinte Hecking. Auch Allofs ist mit der Situation unzufrieden, auch wenn die Wölfe weiter auf Rang drei stehen. «Wer denkt, dass wir oben angekommen sind und uns gemütlich einrichten können, der wird scheitern», betonte der VfL-Geschäftsführer nach der zweiten Partie ohne eigenen Treffer.

Mainz setzte auf Konter, die im Ansatz weitaus gefährlicher waren als alles, was Wolfsburg produzierte. «Wir wollten tief und sicher stehen. Den Plan haben wir auch nach der Führung nicht aufgegeben», erklärte Schmidt. Zum nicht unverdienten 1:0 brauchten die Rheinhessen aber die Mithilfe von Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio. Der Schweizer ließ eine Flanke von Jairo nach vorne klatschen. De Blasis stand goldrichtig.

Die zuletzt in Heimspielen schwächelnden Mainzer drängten gleich nach Wiederbeginn auf das zweite Tor. Doch der letzte Pass wollte nicht gelingen. Wolfsburg setzte die ideenlosen Bemühungen fort, Schürrle passte sich dem VfL-Niveau an. Die 05-Abwehr stand sicher, weil das Mittelfeld mit den starken Jara und Danny Latza mitarbeitete und sich De Blasis sowie Muto beherzt in die Zweikämpfe stürzten. Malli sorgte für die Entscheidung. Er setzte sich gegen Ricardo Rodriguez durch und ließ Torhüter Benaglio keine Abwehrchance.

Ballbesitz in %: 34,9 - 65,1

Torschüsse: 12 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 48,7 - 51,3

Fouls: 24 - 22

Ecken: 4 - 3

Quelle: optasports.com