Heckings «Wölfe» gegen Schmidts Werkself

Es ist das Topspiel des Bundesliga-Spieltages: Das Werksclub-Duell VfL Wolfsburg gegen Bayer Leverkusen. Am Samstag (18.30 Uhr) spielen die beiden Champions-League-Teilnehmer um den Anschluss an das Spitzenduo Bayern München und Borussia Dortmund.

Heckings «Wölfe» gegen Schmidts Werkself
Bernd Thissen Heckings «Wölfe» gegen Schmidts Werkself

AUSGANGSLAGE

Beim Tabellenvierten VfL mit 18 Punkten ist die Stimmung nach dem Pokal-Aus und dem 1:3-Dämpfer gegen den übermächtigen FC Bayern im Keller. «Klar, die Enttäuschung ist jetzt riesengroß», bekannte Wolfsburgs Kapitän Diego Benaglio nach der Machtdemonstration der Bayern, für die sich der VfL eigentlich stark genug gefühlt hatte. Einen Einbruch nach der demoralisierenden Pleite erwartet der Keeper aber nicht: «Wir sind gefestigt genug, um das zu verkraften.»

Der Sechste Bayer (17) kommt mit deutlich mehr Rückenwind nach Wolfsburg. Die Pokalhürde Viktoria Köln meisterte Leverkusen mit 6:0 problemlos. Zudem zeigte die Werks-Elf zweimal große Moral und erreichten in der Champions League gegen AS Rom ein 4:4 und gegen den VfB Stuttgart ein 4:3 - jeweils nach 1:3-Rückständen.

PERSONAL

Bei Wolfsburg schmerzt der Ausfall von Nationalstürmer Max Kruse (Muskelfaserriss), der auch am Dienstag beim PSV Eindhoven in der Champions League fehlt. Fraglich ist zudem Außenverteidiger Christian Träsch wegen einer Oberschenkelzerrung.

Leverkusen muss erneut auf Lars Bender verzichten. Der Kapitän hat die knapp halbstündige Belastungsprobe im Pokalspiel bei Viktoria Köln am Mittwoch nicht bestanden und soll seine Probleme mit dem Sprunggelenk auskurieren. «Lars war in absoluter Superform. Sein Ausfall ist nicht gut für uns», sagte Trainer Roger Schmidt.

AUSBLICK

Für beide Clubs geht es schon in der kommenden Woche in der Champions League weiter. Am Dienstag in Eindhoven kann Wolfsburg bereits einen riesigen Schritt in Richtung Achtelfinale machen. Leverkusen muss einen Tag später zum Rückspiel des 4:4-Spektakels gegen den AS Rom beim Ex-Club von Sportchef Rudi Völler antreten. Danach steht für Bayer das kleine rheinische Derby gegen den 1. FC Köln an. Wolfsburg muss dann in Mainz ran.

STATISTIK

In der vergangenen Saison war Wolfsburg der einzige Club, gegen den Leverkusen beide Spiele verlor. In 36 Bundesligaduellen gab es bislang noch nie ein 0:0. Ansonsten ist Bayer im Vorteil: Von 36 Spielen gewann Leverkusen 17, Wolfsburg nur 14. Allerdings feierten die Niedersachsen nur gegen Bayer 04 13 Heimsiege mit 39 Heimtoren.

TRAINER

Dieter Hecking und Roger Schmidt kennen sich gut. In der Saison 1994/1995 kickten beide beim TuS Paderborn-Neuhaus. 2000/2001 war Hecking Coach beim SC Verl Trainer und Schmidt sein Kapitän.

«Es gilt jetzt weiter Punkte zu sammeln. 21 Zähler aus elf Spielen wären eine gute Ausbeute, damit wären wir voll im Soll», sagte Hecking.

«Das ist ein Spiel auf Augenhöhe. Wolfsburg ist ein direkter Konkurrent um die internationalen Plätze», sagte Schmidt