Heftiger Schlagabtausch vor Treffen im Metall-Tarifkonflikt

Vor der möglicherweise entscheidenden Gesprächsrunde im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat der Verhandlungsführer der NRW-Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff, vor einer Belastung der Atmosphäre durch die anhaltenden Warnstreiks gewarnt.

Heftiger Schlagabtausch vor Treffen im Metall-Tarifkonflikt
Christian Charisius Heftiger Schlagabtausch vor Treffen im Metall-Tarifkonflikt

«Die IG Metall muss sich überlegen, ob es klug ist, selbst im Vorfeld einer ganz entscheidenden Verhandlung noch zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen», sagte Kirchhoff der dpa. «Ein solches Kampfgehabe kann in einem lösungsorientierten Verhandlungsprozess schnell kontraproduktiv wirken», so Kirchhoff.

Er könne nicht nachvollziehen, warum die IG Metall in den letzten Tagen ihre Warnstreiks noch einmal verschärft und noch am Donnerstag zu einer Groß-Kundgebung am Verhandlungsort in Köln aufgerufen habe. Daher werte er die Aktionen als eine reine Machtdemonstration der Gewerkschaft, so Kirchhoff. «Angesichts der Schäden durch zum Teil wieder einmal überzogene Warnstreiks habe ich dafür auch Null-Verständnis», so der Präsident der NRW-Metall- und Elektroindustrie.

Die Metallarbeitgeber hätten zu keinem Zeitpunkt Zweifel an ihrer Verhandlungsbereitschaft gelassen. Deshalb müssten sie auch nicht zu konstruktiven Verhandlungen aufgefordert werden. Dennoch konzentriere man jetzt auf eine Lösung am Verhandlungstisch. «Wir haben uns vorgenommen, alle Möglichkeiten für eine Lösung der Tarifrunde 2016 auszuloten», kündigte Kirchhoff ab. Die Stellschrauben des Gesamtpaketes seien klar identifiziert: Lohnzahl, Laufzeit und differenzierende Wettbewerbskomponente. Wir müssen jetzt sehr darauf achten, dass keine dieser drei Schrauben überdreht werde. Geschehe dies, könnten die Verhandlungen auch scheitern.

An diesem Donnerstag treffen sich IG Metall und Arbeitgeber in Köln zur fünften und möglicherweise abschließenden Verhandlungsrunde für das mitgliederstärkste Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen. Auch der IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Knut Giesler hatte im Vorfeld vor zu hohen Erwartungen gewarnt.

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit 3,8 Millionen Beschäftigten 5 Prozent mehr Geld innerhalb einer einjährigen Laufzeit. Die Arbeitgeber haben für 24 Monate Entgelterhöhungen in zwei Stufen angeboten, die sich auf 2,1 Prozent summieren - dazu soll es eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent geben.