Heidenau: Polizei greift gegen Rechte durch

Linke Gruppen haben für Samstag in Dresden zu einer Demonstration für den Schutz von Flüchtlingen und gegen die aktuelle Asylpolitik in Deutschland aufgerufen.

Heidenau: Polizei greift gegen Rechte durch
Sebastian Willnow Heidenau: Polizei greift gegen Rechte durch

Die Veranstalter vom Bündnis «Dresden Nazifrei» haben 1000 Teilnehmer angemeldet und erwarten auch Demonstranten aus Leipzig, Berlin, Frankfurt und Jena. Für den Protestzug und die angemeldete Kundgebung gelten Auflagen, darunter Verbote für Alkohol, Hunde, Waffen, Pyrotechnik, Glasflaschen und andere Gegenstände, die als Wurfgeschosse dienen könnten.

Auch gegen die politisch Verantwortlichen für die Krawalle rechter Gewalttäter in Heidenau vor einer Woche soll demonstriert werden. Eine Woche nach diesen Ausschreitungen, bei denen mehr als 30 Polizisten verletzt wurden, hatten am Freitag in Heidenau mehrere Hundert Menschen ein friedliches Willkommensfest für Flüchtlinge gefeiert. Vor dem Notquartier der Asylsuchenden in einem früheren Baumarkt wurde gegrillt und gespielt, für die Kinder war eine Hüpfburg aufgebaut.

Am Abend kesselten Polizeikräfte dann etwa 180 rechte Demonstranten ein, die sich gegenüber dem Festplatz an einem Supermarkt versammelt hatten. Die Ordnungshüter umstellten die Rechten, von denen viele Bierflaschen in der Hand hielten, mit gut einem Dutzend Polizeifahrzeugen. Einer nach den anderen musste heraustreten und seine Personalien angeben. Zudem wurden sie fotografiert. Ein von der Polizei aufgestellter Lichtmast erhellte die Szenerie. Nach der Personalienfeststellung sollte jeder einzelne einen persönlichen Platzverweis erhalten. «Es gab keine Straftaten», sagte ein Sprecher der Polizei am Samstagmorgen.

In Heidenau gilt noch bis Montagmorgen ein Versammlungsverbot, von dem das Oberverwaltungsgericht in Bautzen nur das vom Bündnis «Dresden Nazifrei» organisierte Flüchtlingsfest ausgenommen hatte.