Helfer in Indien kämpfen gegen Fluten

Rettungskräfte in Nordindien versuchen weiterhin, Tausende vom Hochwasser eingeschlossene Menschen in Sicherheit zu bringen. Die Behörden bestätigten bislang 556 Tote, weitere Opfer werden befürchtet.

Helfer in Indien kämpfen gegen Fluten
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Tausende Menschen werden entweder vermisst oder sind durch Überschwemmungen und Erdrutsche von der Außenwelt abgeschnitten. Weitere Regenfälle werden erwartet.

Das Ausmaß der Tragödie lässt sich wegen der schwierigen Bedingungen schwer feststellen. Am Ufer des Ganges im Bundesstaat Uttarakhand wurden seit Freitag etwa 50 Leichen angeschwemmt, so die Polizei. Retter berichteten von unter Schlamm und Geröll begrabenen Leichen. Die Opferzahl könnte «schockierend hoch» ausfallen, hieß es von offizieller Seite. Noch immer werden den Behörden zufolge in der Region etwa 10 000 Menschen vermisst.

Im benachbarten Bundesstaat Himachal Pradesh wurden nach Angaben von Innenminister Sushil Kuma Shinde vom Samstag 30 000 Menschen in Sicherheit gebracht. In Uttarakhand waren es mehr als 70 000 Menschen. Bei vielen handelt es ich um Pilger, die Hindu-Tempel in der Region besuchten. Sie wurden von den früher als erwartet einsetzenden Monsun-Regenfällen überrascht und saßen mehr als eine Woche lang fest, nachdem die Unwetter Straßen und Brücken zerstört hatten. Die Überlebenden mussten oft tagelang im Freien ausharren, ohne Wasser oder Essen. Viele verloren Familienmitglieder in den Fluten.

Eine Gruppe von 17 ausländischen Touristen wurde mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht, teilte die Katastrophenbehörde des Bundesstaats mit. Es seien aber immer noch Tausende Pilger im Katastrophengebiet gestrandet. Die Katastrophenbehörde in Uttarakhand geht von bis zu 32 000 Menschen aus.

Die Einsatzkräfte stoßen immer wieder auf neue Gruppen von Gestrandeten. In der besonders schwer betroffenen Region zwischen Kedarnath und Gaurikund in Uttarakhand wurde etwa eine Gruppe von etwa tausend Pilgern von Hubschraubern aus gesichtet.

Die Rettungsaktionen könnten noch Tage dauern, hieß es. Meteorologen erwarten zu Wochenbeginn weitere schwere Regenfälle in der Krisenregion. In Brüssel drückte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton den Opfern ihr Mitgefühl aus.