Helmut Schmidts Tod löst weltweit Betroffenheit aus

Einen Tag nach dem Tod von Altkanzler Helmut Schmidt beginnen am Mittwoch die Planungen für die Trauerfeierlichkeiten. Nach einem Bericht der Zeitung «Die Welt» soll der SPD-Politiker in zwei bis drei Wochen bei einem Staatsakt in Hamburg gewürdigt werden.

Helmut Schmidts Tod löst weltweit Betroffenheit aus
Wolfgang Kumm Helmut Schmidts Tod löst weltweit Betroffenheit aus

Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen sich am Mittwochvormittag in ein Kondolenzbuch im Bundeskanzleramt in Berlin eintragen. Auch im Hamburger Rathaus wird ein Kondolenzbuch zu Ehren Schmidts ausliegen. Die Hamburgische Bürgerschaft will am Nachmittag ihre Sitzung mit einer Schweigeminute für den gestorbenen Hamburger Ehrenbürger beginnen.

Die «Welt» schrieb in ihrer Online-Ausgabe, neben einer Trauerfeier in der Kirche St. Michaelis sei ein Empfang für geladene Gäste im Hamburger Rathaus geplant. Das Blatt berief sich auf nicht genannte Quellen im Rathaus. Das habe sich Schmidt so gewünscht. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht. «Heute ist nicht die Zeit, sich zu den konkreten Planungen für die Trauerfeierlichkeiten zu äußern», sagte ein Senatssprecher am Dienstagabend.

Schmidt starb am Dienstag zu Hause in Hamburg mit 96 Jahren im Kreis seiner Familie. Führende deutsche und europäische Politiker würdigten den Sozialdemokraten als eine der prägendsten Persönlichkeiten der Nachkriegsgeschichte. «In seinen öffentlichen Ämtern, ganz besonders als Bundeskanzler, hat Helmut Schmidt Großes geleistet», schrieb Gauck an Schmidts Tochter Susanne Kennedy-Schmidt. Merkel nannte Schmidt, der zwischen 1974 und 1982 regiert hatte, eine «politische Institution der Bundesrepublik».

«Er ist sehr, sehr friedlich gestorben», sagte Schmidts Leibarzt Prof. Heiner Greten der Deutschen Presse-Agentur. Der Altkanzler war Anfang September in Hamburg wegen eines Blutgerinnsels am Bein operiert worden. Nach gut zwei Wochen verließ er auf eigenen Wunsch das Krankenhaus und kehrte in sein Haus in Hamburg-Langenhorn zurück, wo er rund um die Uhr betreut wurde. In den vergangenen Tagen hatte sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert.