Henning Mankell würde gern Goethes Faust treffen

Schriftsteller Henning Mankell (65) kann den Hype der Fans um seinen Krimi-Helden Kommissar Wallander verstehen.

Henning Mankell würde gern Goethes Faust treffen
Inga Kjer Henning Mankell würde gern Goethes Faust treffen

«Auch bei mir gibt es Figuren in der Literatur oder in der Kunst, in Bildern, zu denen ich eine Beziehung aufgebaut habe und die ich mit mir nehme in die Realität, die so etwas wie Freunde werden», sagte er im Interview der Nachrichtenagentur dpa in München.

Marlow aus Joseph Conrads «Herz der Finsternis» ist für ihn ein solcher «Freund» - oder Goethes Faust. «Wer würde nicht davon träumen, Faust zu treffen? Das wäre wundervoll.» Mankell würde ihn fragen: «Bereust du etwas?»

Sein eigener Roman-Held Kurt Wallander, von dem er sich eigentlich vor einigen Jahren verabschiedet hat, fehle ihm dagegen persönlich nicht. «Ich vermisse keinen der Charaktere, über die ich schreibe.» Zwar hat Mankell mit dem Buch «Mord im Herbst» gerade einen bislang unbekannten Wallander-Fall auf den Markt gebracht - am Abschied ändere das aber nichts.

«Ich hätte die Geschichte auch nicht veröffentlicht, wenn ich sie nicht schon geschrieben hätte. Eine neue schreiben werde ich nicht.»