Herbststürme fegen über Europa - Mindestens sieben Tote

Die ersten heftigen Herbststürme des Jahres sind über mehrere Länder Europas gezogen und haben mindestens sieben Menschen getötet. Allein in Deutschland gab es seit Sonntag fünf Sturmtote. Züge fielen aus, Flugzeuge blieben am Boden.

Herbststürme fegen über Europa - Mindestens sieben Tote
Axel Vogel Herbststürme fegen über Europa - Mindestens sieben Tote

In Frankreich und Großbritannien gab es Stromausfälle. Tief «Burkhard» und Orkantief «Christian» hatten seit dem Wochenende heftige Regenfälle und starken Wind über Teile Europas gebracht.

Nachdem «Christian» in der Nacht zu Montag in Großbritannien gewütet hatte, zog das Orkantief am Montag nach Deutschland. Er entwickelte laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) am Nachmittag Windgeschwindigkeiten von bis zu 162 Kilometern pro Stunde auf dem Brocken im Harz. Vor allem der Norden war betroffen. «Das Schlimmste ist jetzt aber durch», sagte ein DWD-Meteorologe am Nachmittag. Im Laufe der Woche sollte der Wind bundesweit abflauen.

Fünf der Sturmtoten starben wegen einstürzender Bäume am Montag im nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen sowie in Großbritannien und Niederlanden. In der Nähe von Köln kam ein Segler schon am Sonntag ums Leben. Im Hochsauerlandkreis ertrank ein Angler.

- DEUTSCHLAND:

Ein Autofahrer und ein minderjähriger Beifahrer sind am Montag in Gelsenkirchen von einem Baum erschlagen worden. Die Identität und das Geschlecht des getöteten Mitfahrers waren zunächst unbekannt. Bereits am Sonntag starb in einem See in der Nähe von Köln ein Segler, nachdem er mit seinem Boot gekentert war. Bei Sundern im Hochsauerlandkreis ertrank am gleichen Tag ein Angler. Nach Auskunft eines Feuerwehrmannes war sein Boot vermutlich wegen starken Wellengangs umgekippt.

Seit 14.30 Uhr war der komplette Regionalverkehr der Deutschen Bahn in Schleswig-Holstein wetterbedingt eingestellt worden. Starke Beeinträchtigungen gebe es auch in Hamburg, wo die S-Bahn betroffen sei, sowie in Niedersachsen, teilte die Deutsche Bahn auf Anfrage mit. Am Flughafen Düsseldorf fielen am Montag mehrere Flüge aus. In Thüringen kam am Mittag auf der Autobahn 71 zwischen Ilmenau-West und Gräfenroda in beide Fahrtrichtungen der Verkehr zum Erliegen. Bei starkem Wind mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde hatten sich zuvor mehrere Lastwagen quergestellt.

Für die nordfriesische Küste und das Elbegebiet im Norden gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine Sturmflutwarnung heraus. An den Küsten kam es zu zahlreichen Ausfällen im Fährverkehr. Bereits am Morgen war Helgoland vom Festland abgeschnitten.

- GROSSBRITANNIEN:

Im Süden Großbritanniens starben am Montag mindestens eine Frau und ein Mann. Die 17-Jährige hatte in der Grafschaft Kent laut Polizei im Bett gelegen, als ein Baum auf das Gebäude schlug. Der Mann wurde in der Grafschaft Hertfordshire nördlich von London im Auto sitzend von einem entwurzelten Baum getroffen. Dutzende Flüge an Europas größtem Flughafen, London-Heathrow, fielen aus und der Zugverkehr kam im Süden des Landes zum Erliegen. Betroffen war auch die Eurostar-Verbindung durch den Kanaltunnel nach Frankreich. Am Montagmittag waren noch 270 000 Haushalte ohne Strom.

- FRANKREICH und NIEDERLANDE:

Im niederländischen Amsterdam fiel am Montag ein umstürzender Baum auf eine Frau und tötete sie. Die Behörden der Stadt riefen am gleichen Tag die Bürger auf, in ihren Wohnungen zu bleiben. Dutzende Flüge fielen am Flughafen Schiphol aus. Eine Fähre aus dem englischen Newcastle mit rund 1000 Passagieren konnte den nordniederländischen Hafen in Ijmuiden nicht erreichen und wartete noch am Montagnachmittag auf das Ende des Sturms auf offener See ab. In Westfrankreich waren 75 000 Haushalte am Montagmorgen ohne Strom. Der Fährverkehr zwischen dem nordfranzösischen Calais und Dover in Großbritannien wurde am Morgen unterbrochen.

- VORHERSAGE FÜR DEUTSCHLAND:

Der erste große Herbststurm des Jahres zieht laut DWD nach Osten ab und sorgt für eine leichte Wetterberuhigung. Im Laufe der Woche soll der Wind bundesweit abflauen. Lediglich an der See muss noch mindestens bis zum Mittwoch mit stürmischen Böen gerechnet werden.