«Here I stand» - Luther-Ausstellungen in den USA

Als Auftakt zum Lutherjahr 2017 will Deutschland den Reformator in den USA vorstellen. In New York, Atlanta und Minneapolis sind von Oktober an drei hochkarätige Ausstellungen geplant, die Einblick in das Leben und Wirken Martin Luthers geben.

«Here I stand» - Luther-Ausstellungen in den USA
Hendrik Schmidt «Here I stand» - Luther-Ausstellungen in den USA

Vier Institutionen aus Deutschland stellen dafür ihre wichtigsten Exponate zur Verfügung, wie die Veranstalter am Montag in Berlin mitteilten. Die meisten Leihgaben hätten Deutschland bisher noch nie verlassen.

Die Schirmherrschaft für das Projekt unter dem Motto «Here I stand» (Hier stehe ich) hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) übernommen. Beteiligt sind unter der Federführung des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle das Deutsche Historische Museum in Berlin, die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha.

«Die vier Partner schicken ihre wertvollsten Objekte nach Amerika als Botschafter für das kommende Jubiläum 500 Jahre Reformation», sagte Ulrike Kretschmar, Interimspräsidentin des Deutschen Historischen Museums. Ihr Haus entleiht beispielsweise die bekannten Porträts, die Lucas Cranach der Ältere von dem ehemaligen Mönch Luther und seiner Frau Katharina von Bora (1529), einer geflohenen Nonne, gemalt hat.

Die Luthergedenkstätten steuern einen handschriftlichen Brief des Reformators an Kaiser Karl V. bei, in dem er einen Widerruf seiner umstrittenen Thesen ablehnte. Von der Stiftung Schloss Friedenstein kommt der Gothaer Tafelaltar, nach Angaben von Direktor Martin Eberle der bildreichste Tafelaltar der deutschen Kunstgeschichte. Die 14 hölzernen Flügel waren einst als Paravent für ein herzogliches Schlafzimmer auseinandergenommen worden. In einer aufwendigen Restaurierung wurde nun der Originalzustand wiederhergestellt.

Begleitend zu den Ausstellungen erscheint ein umfangreicher Katalog- und Essayband auf Deutsch und Englisch. Ziel des Projekts sei auch, in den USA für einen Besuch der Reformationsstätten in Deutschland zu werben, sagte der federführende Museumsdirektor Prof. Harald Meller aus Halle.

Das Jubiläumsjahr erinnert an den Anschlag der 95 Thesen Martin Luthers 1517 an die Schlosskirche zu Wittenberg, der zur Reformation und der Aufspaltung des Christentums in verschiedene Konfessionen führte.