Herkulesaufgabe für Skripnik, Frings und Bode bei Werder

Viel Eingewöhnungszeit blieb Werders neuem Trainer Viktor Skripnik nach seiner Beförderung nicht. Bereits am Sonntag leitete der Nachfolger von Robin Dutt das erste Training, am Dienstag hat das Schlusslicht der Bundesliga die Pokalaufgabe beim Drittligisten Chemnitzer FC vor sich.

Herkulesaufgabe für Skripnik, Frings und Bode bei Werder
SV Werder Bremen Herkulesaufgabe für Skripnik, Frings und Bode bei Werder

Bremens Masterplan steht. Im Eiltempo sollen die Club-Urgesteine Skripnik, Torsten Frings und Marco Bode den SV Werder Bremen aus der schwersten Krise seit 35 Jahren führen. Ex-Nationalspieler Bode hatte seinen ehemaligen Mitspieler Skripnik nach dem 0:1 gegen Köln, zum Chefcoach bestimmt.

«Wir sind von Viktor überzeugt. Er hat seinen Stil gefunden und wir glauben, dass er der Richtige ist», sagte Bode am Samstagabend im «aktuellen sportstudio» des ZDF über den neuen Chefcoach. Wenige Stunden nach dem Aufstieg des bisherigen U23-Trainers wurde Bode am Samstag einstimmig zum neuen Aufsichtsratschef des Traditionsclubs gewählt. Zuvor hatte Willi Lemke den Weg an der Spitze frei gemacht.

«Ich bin sicher, dass wir diese Aufgabe meistern werden. Wir kennen jeden einzelnen Spieler», sagte Skripnik. Der Ukrainer und sein bisheriger Hospitant Frings sind eine gewagte - und günstige Lösung für die klammen Hanseaten. «Das hat nichts mit finanziellen Gründen zu tun. Wir hatten mehrere Kandidaten im Kopf, aber Viktor war ganz klar die Nummer eins», betonte Manager Thomas Eichin.

Nach dem Aufstieg von Josef Zinnbauer beim HSV ist Skripnik in dieser Saison bereits der zweite Amateurtrainer, dem der Sprung in den Profibereich zugetraut wird. Thomas Schaaf machte 1999 vor, wie es gehen kann. Auch der ehemalige Bremer Erfolgscoach wurde in der sportlichen Krise aus der zweiten Mannschaft berufen, verhinderte den Bundesliga-Abstieg und leitete eine erfolgreiche Ära an der Weser ein.

Die Ära Dutt fand dagegen am Samstagnachmittag nach weniger als eineinhalb Jahren ihr Ende. Der schlechteste Saisonstart in Werders Liga-Historie und die schwache Trainerbilanz des 49-Jährigen hatten die Clubführung des Tabellenletzten in Alarmstimmung versetzt. «Wir haben bis spät in der Nacht zusammengesessen. Robin hat alles gegeben und die Mannschaft auch erreicht, sie konnte es aber bis zuletzt nicht umsetzen», sagte Eichin.

Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2013 holte Dutt in 43 Erstliga-Partien als Bremer Coach im Schnitt lediglich einen Punkt pro Spiel. Damit ist er, was die durchschnittliche Ausbeute angeht, gemeinsam mit dem Niederländer Aad de Mos der schlechteste Trainer in der Bundesliga-Historie des norddeutschen Clubs.

Die bittere 0:1-Heimpleite gegen den 1.FC Köln am Freitagabend besiegelte das Aus. «Das ist kein schöner Tag. Eigentlich wünscht man sich Kontinuität in der Führung», erklärte Bode. Noch nie startete der viermalige Deutsche Meister mit neun sieglosen Spielen in eine Erstliga-Saison.

Auf Skripnik und Frings, denen Florian Kohlfeldt und Torwarttrainer Christian Vander assistieren werden, wartet nun jede Menge Arbeit. In der aktuellen Spielzeit hat der Tabellenletzte bereits 23 Gegentore kassiert - auch das ist nach neun Spieltagen ein Negativrekord in der Bremer Historie. Schon am Montag reisen sie mit der Mannschaft zum Pokalspiel nach Chemnitz.

«Sie haben jetzt nur zwei Einheiten, um das Team darauf vorzubereiten. Man darf jetzt keine Wunderdinge erwarten», sagte Eichin. Doch ein Weiterkommen in Chemnitz ist Pflicht. Für den wirtschaftlich schwer angeschlagenen Verein zählt derzeit jede noch so kleine Einnahme.