Herrmann führt Gladbach zum 2:1 in Paderborn

Ein einziges Wort genügte, um im erschöpften Gesicht von Patrick Herrmann ein Grinsen zu entfalten. «Startelf?», fragte Gladbachs lächelnder Matchwinner nach dem 2:1 (2:0)-Sieg beim SC Paderborn.

«Natürlich hat das ordentlich Spaß gemacht, heute mal wieder von Anfang an zu spielen.» Nicht nur sich selbst bereitete der Flügelspieler eine große Freude, sondern auch den Fans von Borussia Mönchengladbach. Mit einem Treffer und einer Torvorbereitung war der 23-Jährige der Schlüsselspieler für seine Mannschaft, die in der Fußball-Bundesliga weiterhin ungeschlagen ist und auf den zweiten Tabellenplatz stürmte.

Auch gegen den Bundesliga-Neuling rotierte Trainer Lucien Favre sein Team zum Erfolg. Herrmann stand nur in der Startelf, weil Nationalspieler André Hahn geschont wurde. Auch Stürmer Max Kruse saß zu Beginn nur auf der Bank. «Andere Mannschaften haben bereits viele verletzte Spieler. Das wollen wir nicht, darum werden wir weiter rotieren», sagte Favre. Sein Konzept, mit schnellen Kontern über die Flügel zum Erfolg zu kommen, zeigte früh Wirkung.

Gegen angriffslustige Paderborner, die vor 15 000 Zuschauern bereits früh attackierten, spielten die Gäste in den ersten Minuten überraschend abwartend und ließen den stürmischen Aufsteiger agieren. Die Borussia stand tief und versuchte das Team von Trainer André Breitenreiter mit schnellen Angriffen über die Flügel zu überraschen - und schon nach acht Minuten wurde der Aufsteiger eiskalt erwischt. Im eigenen Offensivrausch unterlief den Ostwestfalen ein Aufbaufehler, den die Borussen zu einem blitzschnellen Konter über Branimir Hrgota nutzten. Der Schwede legte vor dem Tor quer auf Herrmann, der den Ball aus wenigen Metern nur noch zur Führung einschieben musste.

«Kleinste Fehler werden gegen solche Mannschaften eben sofort bestraft. Die Gladbacher sind die stärkste Mannschaft, was das Umschaltspiel angeht», sagte der enttäuschte Breitenreiter. Nur sechs Minuten später bekam der Aufsteiger das erneut zu spüren. Nach einem neuerlichen Konter flankte Herrmann in die Mitte auf Raffael, der den Ball im zweiten Versuch zum 2:0 ins Tor der Gastgeber stocherte. «Wenn ich meine Chance von Beginn an bekomme, dann bin ich auch da. Ich gebe immer Vollgas», sagte Herrmann.

Die Abwehr des SCP machte fast das gesamte Spiel über keine gute Figur. Auch im zweiten Durchgang überrumpelte die Borussia mit ihren blitzschnellen Außenspielern die wackelige Viererkette immer wieder. Auf der anderen Seite stand der Defensivverbund der Gäste, angeführt von Weltmeister Christoph Kramer, mit zunehmender Spieldauer immer sicherer und ließ kaum Gefährliches der Paderborner zu. Die erste Unkonzentriertheit von Favres Mannschaft wurde indes gleich bestraft. Ein schönes Zuspiel von Moritz Stoppelkamp nutzte der allein gelassene Jens Wemmer am Fünfmeterraum zum Anschlusstreffer.

«Danach hätten wir den Ausgleich auch noch verdient gehabt. Aber so stehen wir jetzt mit leeren Händen da, das ist natürlich bitter», sagte Wemmer. Angetrieben vom lautstarken Publikum setzten die Gastgeber noch zu einer Schlussoffensive an, die jedoch nicht zu weiteren guten Gelegenheiten führte.

Ballbesitz in %: 42,4 - 57,6

Torschüsse: 24 - 11

gew. Zweikämpfe in %: 54,6 - 45,4

Fouls: 9 - 18

Ecken: 9 - 0

Quelle: optasports.com