Hertha jubelt über Heimsieg: Kalou besiegt Augsburg

Salomon Kalou hat mit einem späten Treffer gegen den FC Augsburg seiner Hertha wieder neuen Mut im Abstiegskampf gegeben. «Wir haben mit mehr Selbstbewusstsein gespielt», erklärte der Matchwinner: «Man muss das genießen.»

Hertha jubelt über Heimsieg: Kalou besiegt Augsburg
Lukas Schulze Hertha jubelt über Heimsieg: Kalou besiegt Augsburg

Der Stürmer von der Elfenbeinküste sorgte zwei Minuten vor dem Ende für den 1:0 (0:0)-Sieg des Berliner Fußball-Bundesligist gegen den Europa-League-Anwärter FC Augsburg. Der FCA fiel nach dem vierten Spiel ohne Sieg und weiter 35 Punkten auf Rang sechs zurück. Nach einem langen Einwurf des eingewechselten Marcel Ndjeng verlängerte der ebenfalls erst spät ins Spiel gekommene Jens Hegeler den Ball zu Kalou, der aus Nahdistanz traf (88.).

Es war das erste Heimtor für Hertha nach 407 torlosen Minuten. Mit dem fünften Sieg im Olympiastadion der Saison konnte Hertha die Abstiegszone wieder verlassen und rangiert mit 24 Punkten auf Rang 14. «Ich habe nicht mehr an meine verpasste Chance gedacht», berichtete Kalou, der sein Saisonkonto auf sechs Treffer aufstockte.

Die Gastgeber, die ihr letztes Heimtor Mitte Dezember beim 1:0 gegen Borussia Dortmund erzielt hatten, setzten vor 36 015 Zuschauern über lange Strecken vor allem auf eine kompakte Defensive, aggressives Zweikampf-Spiel und schnelle Umschalt-Aktionen. Am besten gelang das, als über den Aushilfs-Spielmacher Per Skjelbred und Roy Beerens der Ball in die gefährliche Zone kam, Mittelstürmer Kalou den Kopfball aber nicht platzieren konnte (23.). Sonst fehlte dem Berliner Spiel in der ersten Stunde ein konstruktiver Spielaufbau.

So kontrollierten die Gäste lange Zeit die Partie. Doch Gefahr entwickelten die Gäste nicht. Die einzige Gelegenheit hatte Raul Bobadilla, der nach einem Stellungsfehler von Hertha-Innenverteidiger John Anthony Brooks frei stand, den Ball aber am rechten Pfosten vorbeischoss. Das letzte Risiko, die letzte Konsequenz scheuten die bayerischen Schwaben, bei denen Markus Feulner und Caiuby in die Startelf gerückt waren. «Es war ärgerlich, denn es war ein typisches 0:0-Spiel», bemerkte Augsburgs Verteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker.

Pal Dardai, der seinen ersten Heimsieg als verantwortlicher Hertha-Coach feierte, hatte auf vier Positionen umgestellt, musste den besten Berliner Saison-Torschützen Julian Schieber (Knieblessur) ersetzen. Der Ivorer Kalou versuchte als alleinige Hertha-Spitze zwar einiges, doch erst einmal gelang wenig. Sein Kopfball nach Ecke von Marvin Plattenhardt war zu schwach (60.), um Augsburgs Torwart-Helden und Torschützen aus dem Leverkusen-Spiel, Marwin Hitz, in Bedrängnis zu bringen.

Am aktivsten agierte noch Skjelbred als «Zehner» für den gesperrte Valentin Stocker und den wegen Formschwäche aussortierten Brasilianer Ronny. Nach schönem Zuspiel von Schulz ging ein Schuss des Norwegers nur knapp am Augsburger Tor vorbei (50.). Für ein taktisches Foul sah Skjelbred später seine fünfte Gelbe Karte und ist damit für das Abstiegsduell am kommenden Freitag beim Schlusslicht VfB Stuttgart wie auch Mittelfeldkämpfer Peter Niemeyer gesperrt.

Hertha-Coach Dardai brachte in der Schlussphase noch Offensivkraft Änis Ben-Hatira, der nach zweieinhalb Monaten Verletzungspause in dieser Woche gerade erst wieder mit dem Team trainieren konnte. Hertha erhöhte den Druck - und Kalou wurde zum Tor-Helden. «Das war nicht ganz unverdient, wir haben bis zum Schluss gekämpft. Das Tor hat uns belohnt», sagte der Berliner Brooks.

Ballbesitz in %: 40,9 - 59,1

Torschüsse: 9 - 11

gew. Zweikämpfe in %: 52,4 - 47,6

Fouls: 22 - 17

Ecken: 4 - 5

Quelle: optasports.com