Hertha-Manager: «Angst kein guter Ratgeber»

Hertha BSC kämpft gegen die Angst vor einem dritten Abstieg innerhalb von fünf Jahren - und die Vereinschefs stellen sich klar hinter Trainer Jos Luhukay.

Hertha-Manager: «Angst kein guter Ratgeber»
Oliver Mehlis Hertha-Manager: «Angst kein guter Ratgeber»

«Ich kann verstehen, dass unsere Fans aufgrund der aktuellen Situation unzufrieden sind und Ängste haben», erklärte Michael Preetz auf der Mitgliederversammlung des Berliner Vereins. «Doch Angst ist kein guter Ratgeber», schloss der Manager an - gerade für Personen, die im Fußball in der Verantwortung stehen.

Auf dem langen und mühsamen Weg aus der Krise müsse man beim Fußball-Bundesligisten, der mit elf Punkten auf Tabellenplatz 14 gerutscht ist, «alles ausblenden, was von innen und außen stören kann», betonte Preetz. Die Vereinschefs sind nach wie vor «grundlegend überzeugt davon, dass Jos Luhukay der richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist».

«Wenn wir die erste problematische Phase nach zweieinhalb Jahren nicht überstehen, haben wir etwas falsch gemacht», sagte der Manager zur Zusammenarbeit mit Luhukay. «Jos Luhukay bleibt unser Trainer», unterstrich auch Clubpräsident Werner Gegenbauer. Was die 1200 anwesenden Mitglieder in der altehrwürdigen Messehalle 20 mit Beifall bedachten. «Wir werden alles ausblenden, was von innen und außen stören kann», kündigte Preetz an.

Sportlich bewegt sich Hertha Richtung Abstiegszone, wirtschaftlich steht der Hauptstadtclub so gut da wie selten in seiner bewegten Vereinsgeschichte. Hertha, jahrzehntelang in permanenten Finanznöten, hat in der abgelaufenen Saison hauptsächlich dank des US-Investors KKR einen Gewinn von 13,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Hauptziel bleibe, dass sich der Verein finanziell und sportlich in der Bundesliga etabliert. In der gegenwärtigen Situation forderte Preetz erneut «Ruhe und Sachlichkeit» ein: «Wir müssen dafür sorgen, dass die Mannschaft wieder Stabilität bekommt.»

Wirtschaftlich kann der Verein nach dem Deal mit KKR bereits Entspannung vermelden. Der Deal über 60 Millionen Euro ist auf mindestens sieben Jahre angelegt. «Die massive Veränderung unser Finanzsituation hat natürlich mit diesem Investment zu tun», erklärte Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller, der sich «über die besten Zahlen» freuen konnte, «seit ich diese Position bei Hertha bekleide». Schiller regelt seit 1998 die Hertha-Finanzen. Die Verbindlichkeiten konnten zum Berechnungszeitraum 30. Juni 2014 um über zwölf Millionen auf 24,38 Millionen Euro gedrückt werden. Sein Eigenkapital steigerte Hertha BSC von null auf 22,94 Millionen Euro.

Laut Schiller ist die Kooperation mit KKR nicht an die Liga-Zugehörigkeit gekoppelt. Der Finanzchef machte am Montagabend zudem erstmals öffentlich, dass der in Hongkong ansässige Unternehmer Horst Julius Puttwill Hertha-Genussscheine im Wert von sechs Millionen Euro gezeichnet hat. Auch auf dem Transfermarkt konnte sich Hertha ein Plus von 6,7 Millionen Euro erarbeiten. Eingeflossen sind darin bisher die Erträge für den nach Dortmund gewechselten Torjäger Adrián Ramos. Die Einnahmen für Pierre-Michel Lasogga, der zum HSV wechselte, sind noch nicht eingerechnet.