Hertha nach Sieg gegen Schalke: Genießen statt Kampfansage

Nach dem historischen 2:0-Coup gegen Schalke 04 sangen die Hertha-Fans inbrünstig vom Europapokal. Die Berliner Verantwortlichen aber zieren sich weiter, ein neues Ziel für die bisherige Überraschungs-Saison zu verkünden.

Hertha nach Sieg gegen Schalke: Genießen statt Kampfansage
Soeren Stache Hertha nach Sieg gegen Schalke: Genießen statt Kampfansage

«Nach so einem Spiel soll man nicht irgendwelche Sachen herauslassen», sagte Trainer Pal Dardai nach dem ersten Sieg gegen die «Knappen» seit fast zehn Jahren. Die nun 45 Punkte nach dem 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga feierte der Ungar auf seine Art: «Mein Papa und Onkel sind hier. Sie haben ein halbes Schwein mitgebracht und Rotwein.»

Auch seine Spieler sollten die beeindruckende Abwehr des Schalker Angriffs auf Tabellenplatz drei genießen, der am Saisonende die direkte Qualifikation zur Champions League bringt. «Kompliment an die Mannschaft», sagte Dardai nach dem achten Heimspiel ohne Niederlage nacheinander. Es sei «nicht selbstverständlich», dass eine zuletzt unsicher gewordene Mannschaft im Topspiel so eine Leistung zeige. «Du gehst nach Hause und kannst die ganze Woche genießen nach so einem Erfolg gegen einen Top-Gegner, der in die Champions League will», betonte der Coach - und gab seinem Personal bis Montag frei.

«Die Effizienz der Hertha war das entscheidende Kriterium», sagte Schalke-Trainer André Breitenreiter nach der ersten Niederlage der Königsblauen nach vier Partien. Berlins Torjäger Vedad Ibisevic (42. Minute) mit seinem achten Saisontreffer und Niklas Stark mit seinem Premieren-Ligator für Hertha (65.) hatten vor 51 424 Zuschauern die etwas aktiveren und abgeklärteren Gastgeber belohnt. «Wir haben Schalke auf Abstand gehalten und weitere drei Punkte eingefahren. Jetzt geht es gegen Ingolstadt», blickte der Ex-Nürnberger Stark bereits auf das nächste Heimspiel am kommenden Samstag.

Nach Abschluss des 26. Spieltages wird Hertha auf jeden Fall weiter auf Champions-League-Rang drei stehen. «Ich weiß nicht, was es bringt, Ziele zu formulieren. Unser Ziel ist, das nächste Spiel zu gewinnen», erklärte Manager Michael Preetz dennoch. Auch die Berliner Profis halten sich mit neuen Kampfansagen weiter zurück, obwohl es immer mehr Parallelen zur Saison 1998/99 gibt. Damals hatte sich Hertha - mit Dardai und Preetz als Spielern - ebenfalls als krasser Außenseiter in die Spitzengruppe geschlichen. Am Ende stand Rang drei und die Qualifikation für die europäische Königsklasse.

«Wir haben nichts Neues zu erzählen», sagte Torschütze Ibisevic. «Wir sind eine Mannschaft, die über Grenzen gehen muss, dann können wir Mannschaften wie Schalke schlagen, wenn nicht, werden wir Schwierigkeiten bekommen.»