Hertha und Köln nach 0:0 fast gerettet

Torjubel gab es in Berlin nur über die Treffer auf den anderen Plätzen: Dank der Niederlagen von Hannover, Freiburg und Paderborn stehen Hertha BSC und der 1. FC Köln nach ihrem 0:0 fünf Spieltage vor dem Saisonabschluss der Fußball-Bundesliga kurz vor dem Klassenverbleib.

Hertha und Köln nach 0:0 fast gerettet
Lukas Schulze Hertha und Köln nach 0:0 fast gerettet

Das zehnte Remis im 50. Duell der Traditionsvereine - bei 17 Berliner und 23 Kölner Erfolgen - brachte beide Clubs auf 34 Punkte. Hertha ist als Tabellen-13. nun schon sieben Spiele nacheinander ungeschlagen. Köln auf Platz zwölf wartet weiter auf den ersten Auswärtssieg 2015.

Die jeweils 33 Punkte auf dem Konto schon vor der Partie des 29. Spieltags gaben sowohl den Berlinern als auch den Gästen die Lockerheit und Sicherheit, über spielerische Aktionen den Erfolg zu suchen. Wobei die Gäste, die ohne Pawel Olkowski und Marcel Risse auskommen mussten, noch eine ausgeprägtere Defensivtaktik wählten. So bestimmten vor 51 203 Fans über weite Strecken - untypisch für das bisherige Auftreten unter Coach Pal Dardai - die Herthaner das Geschehen.

Der einstige Champions-League-Sieger Salomon Kalou, der sein letztes Tor im Februar erzielt hatte, wurde von Kevin Wimmer im letzten Moment abgeblockt (16.). Einen Kopfball von Berlins Innenverteidiger Sebastian Langkamp parierte FC-Keeper Timo Horn großartig (17.). Und die größte Gelegenheit für die Gastgeber vergab Per Skjelbred in seinem 75. Bundesligaspiel. Der Norweger schoss den Ball nach schönem Doppelpass frei aus elf Metern am Kölner Tor vorbei (30.).

Glück hatten die Berliner allerdings, als Schiedsrichter Knut Kircher ein klares Trikotziehen von Skjelbred am robusten Dominic Maroh nicht mit Elfmeter bestrafte (30.). Kurz vor der Pause zeigten sich die Kölner dann auch bei ihren Gegenstößen gefährlicher: Einen Schuss von FC-Kapitän Miso Brecko holte Thomas Kraft aus dem kurzen Eck (35.). Wenig später setzte der Slowene Maroh einen Kopfball knapp zu hoch an. «Es ist noch nicht vorbei. Der Moment, in dem wir uns zurücklehnen, wird der Moment sein, in dem wir Probleme bekommen», hatte Kölns Trainer Peter Stöger seine Profis vor dem Auftritt im Olympiastadion gewarnt.

Die aktivere und gefährlichere Mannschaft aber blieb Hertha, auch wenn mit dem Niederländer Roy Beerens neben den Langzeit-Verletzten Julian Schieber und Änis Ben-Hatira eine weitere Offensiv-Stammkraft angeschlagen fehlte. Valentin Stocker mit einem Kopfball, Kalou nach super Zuspiel des Schweizers und per Kopf sowie Genki Haraguchi aus Nahdistanz versäumten es jedoch, das klare Chancen-Übergewicht in einen zählbaren Erfolg zu verwandeln.

«Wir dürfen dieses Spiel nicht verlieren», hatte Hertha-Coach Dardai vor der Partie erklärt. Danach war der eine Punkt für die Gastgeber eher zu wenig. Auch wenn elf Minuten vor dem Ende Kölns erfolgreichster Torjäger Anthony Ujah mit der besten Chance der Gäste an Kraft scheiterte und seinen bisher zehn Saisontreffern keinen weiteren hinzufügen konnte.