Hessenderby: Keine Krawalle in Darmstadt - 530 Festnahmen

Rund 530 Festnahmen, vier leicht verletzte Polizisten, aber keine schweren Ausschreitungen - nach dem brisanten Bundesliga-Hessenderby zwischen Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt hat die Polizei eine zufriedene Bilanz gezogen.

Hessenderby: Keine Krawalle in Darmstadt - 530 Festnahmen
Boris Roessler Hessenderby: Keine Krawalle in Darmstadt - 530 Festnahmen

«Obwohl sich sehr viele Personen mit Gewaltpotenzial in Darmstadt aufgehalten haben, ist aus Sicht der Polizei relativ wenig passiert», sagte der Leitende Polizeidirektor Bernd Denninger. Nach abschließenden Polizeiangaben wurden rund um das Spiel etwa 530 Menschen vorläufig festgenommen. Die Festnahmen seien zum Teil zur Identitätsfeststellung und zum Teil zur Verhinderung von Straftaten erfolgt.

159 Personen wurden vorübergehend in Polizeigewahrsam gebracht, die anderen erhielten einen Platzverweis. Gegen zwölf Menschen ergingen Strafanzeigen, unter anderem wegen Körperverletzung, Verdacht des Landfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dank der starken Präsenz der Einsatzkräfte seien größere Ausschreitungen erfolgreich unterbunden worden. Insgesamt vier Beamte wurden im Laufe des Tages leicht verletzt.

Beim größten Polizeieinsatz im Rahmen eines Bundesligaspiels in Darmstadt wurden unter anderem etwa 100 gewaltbereite Frankfurter Fans gestoppt, in deren Fahrzeugen die Beamten Baseballschläger und andere Schlagwerkzeuge, darunter auch Metallstangen, fanden. Die gesamte Gruppe wurde zur Verhinderung von Straftaten in Gewahrsam genommen.

Eine weitere gewaltbereite Gruppe von rund 150 Eintracht-Anhängern randalierte am Samstagnachmittag im Darmstädter Zentrum. Es sei zu Sachbeschädigungen und Beleidigungen von Beamten gekommen. Zudem wurde Pyrotechnik abgebrannt. Die Menschen erhielten Platzverweise oder wurden in Gewahrsam genommen.

Am Samstagmorgen hatte die Stadt Darmstadt das Innenstadt-Verbot für die Frankfurter Anhänger überraschend aufgehoben. Es sei eine riesige Belastung von Gericht und Verwaltung zu befürchten gewesen, nachdem zahlreiche Fans Einsprüche angekündigt hätten, begründete Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) die Kehrtwende. Die Polizei hatte daraufhin ihre Präsenz in der Stadt erheblich verstärkt. «Wir hatten von Anfang an einen Plan A und einen Plan B», sagte eine Sprecherin der Behörde.