Höhenströmung Jetstream schuld an der Sturmserie

Die Ursache für die aktuelle Sturmserie liegt in rund neun Kilometern Höhe: Dort verläuft der sogenannte Jetstream, ein Windband, normalerweise in Schleifen oder Mäandern wie ein Fluss.

Jetzt aber wehe dieser Wind besonders stark und auf geradem Kurs von Amerika in östlicher Richtung über den Atlantik nach Skandinavien, erläuterte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der Deutschen Presse-Agentur.

Das Windband fungiere als Steuerung - «das kann man sich vorstellen wie die Oberleitung einer Straßenbahn». Wenn der Jetstream über mehrere Tage in gerader West-Ost-Richtung verlaufe, könnten sich wie an einer Perlenschnur immer neue Sturmtiefs über dem Atlantik bilden - «dann haben wir die typische Lage mit einer Serie von drei, vier oder sogar fünf Orkanen».

1990 hatte es eine solche Serie gegeben, deren Höhepunkte die Orkane «Vivian» und «Wiebke» waren. Dutzende Menschen kamen in Europa ums Leben, große Waldgebiete wurden verwüstet.

Normalerweise bildeten sich die stärksten Tiefs im Januar und Februar, sagte Friedrich. Für Ende März sei eine solche Sturmserie ungewöhnlich. Eine weitere Voraussetzung seien starke Temperaturgegensätze - etwa zwischen dem bitterkalten Norden und dem subtropisch-milden Süden. Wenn der Jetstream in Kurven verlaufe, seien die Gegensätze nicht so stark.